Frankreich: Umstrittener Bericht zur Rundfunkreform sorgt für Empörung
Wichtige Fakten
- • Rechtsnationale UDR initiierte Untersuchungsausschuss zu France Télévisions.
- • Bericht empfiehlt Fusion von France 2 und France 5.
- • Chefposten soll künftig der Präsident vergeben.
- • Premierminister Lecornu kritisiert Bericht, lobt aber keine Privatisierung.
- • Medienwissenschaftler warnt vor Einflussnahme durch Milliardär Bolloré.
Hintergrund und Ausgangslage
Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss in Frankreich hat einen Bericht zur Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks vorgelegt, der von der rechtsnationalen Splitterpartei Union des Droites pour la République (UDR) beantragt wurde. Anlass war ein heimlich aufgenommenes Video, das zwei Journalisten von France Télévisions im Gespräch mit sozialistischen Politikern zeigt. Die Aufnahmen wurden von der rechtsgerichteten Zeitschrift L'incorrect veröffentlicht.
Empfehlungen des Berichts
Der Bericht schlägt drastische Einschnitte vor: Fusion von France Info und France 24 sowie von France 2 und France 5, Kürzung der Sportberichterstattung und Streichung des Großteils der Unterhaltungssendungen. Zudem soll künftig nicht mehr die Medienaufsicht Arcom über die Besetzung der Chefposten entscheiden, sondern der Staatspräsident.
Reaktionen und Kritik
France-Télévisions-Chefin Delphine Ernotte nannte den Bericht eine auf Unterstellungen basierende Anklage. Premierminister Sébastien Lecornu kritisierte verpasste Zukunftsfragen, begrüßte aber das Ausbleiben einer Privatisierungsforderung. Medienwissenschaftler Alexis Levrier warnt vor einer „Domestizierung“ des Rundfunks durch die extreme Rechte unter Einfluss des Milliardärs Vincent Bolloré.
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