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Politik 16.05.2026, 18:52 Aktualisiert: 16.05.2026, 23:00

Frankreich und Großbritannien: Politisches Chaos vor Wahlen

Frankreich: Mélenchon (links) und Bardella (rechts) als Spitzenkandidaten.

Wichtige Fakten

  • Frankreich: Mélenchon (links) und Bardella (rechts) als Spitzenkandidaten.
  • Le Pen droht Verlust des passiven Wahlrechts durch Gerichtsurteil.
  • UK: Labour-Chef Starmer nach Wahlverlust unter Rücktrittsdruck.
  • Streeting und Burnham kandidieren für Labour-Führung.
  • UK Premierminister Starmer weiger sich bisher zurückzutreten.

Frankreich: Kandidatenkarussell vor der Präsidentschaftswahl

In Frankreich zeichnet sich ein Jahr vor der Präsidentschaftswahl ein Dreikampf zwischen den politischen Lagern ab. Der linkspopulistische Jean-Luc Mélenchon (74) tritt zum vierten Mal an und strebt die Stichwahl gegen die extreme Rechte an. Bei den Rechtsnationalen steht Marine Le Pen unter Druck, da ein Urteil wegen EU-Geldveruntreuung ihr das passive Wahlrecht entziehen könnte. Als Ersatz steht Jordan Bardella (30) bereit, der bereits Wahlkampf macht. Die Umfragen sehen Bardella bei etwa 35 Prozent. Im Mitte-Links-Lager droht Chaos: Mehrere Kandidaten wie Olivier Faure, Marine Tondelier und Raphaël Glucksmann konkurrieren. Im Macron-Lager führt Ex-Premier Edouard Philippe die Umfragen an.

Großbritannien: Labour ringt um Führung nach Wahlschlappe

In Großbritannien steht Premierminister Keir Starmer nach schweren Verlusten bei den Kommunal- und Regionalwahlen Anfang Mai unter massivem Druck. Ex-Gesundheitsminister Wes Streeting ist zurückgetreten und will für die Labour-Führung kandidieren, ebenso der Bürgermeister von Greater Manchester, Andy Burnham. Burnham strebt eine Nachwahl im Wahlkreis Makerfield an, um ins Unterhaus einzuziehen. Beide werfen Starmer Führungsschwäche vor. Während Streeting den Brexit als „katastrophalen Fehler“ bezeichnet und eine Annäherung an die EU fordert, will Burnham die Arbeiterpartei wieder stärker bei der Arbeiterschaft verankern. Der Zeitpunkt des Rückzugs von Starmer ist unklar; Entscheidungen zu Verteidigung, Sozialleistungen und Energiepreisen liegen auf Eis.

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