86-jährige Französin nach Einwanderungshaft in USA zurück in Frankreich - Hintergrund von Erbstreit und Festnahme enthüllt
Wichtige Fakten
- • Marie-Thérèse Ross-Mahé wurde am 1. April in Alabama festgenommen, nachdem sie ihr 90-Tage-Visum überzogen hatte.
- • Sie war mit einem US-Veteran verheiratet und in einen Erbstreit mit dessen Söhnen verwickelt, der zur Festnahme beitrug.
- • Die Richterin vermutet, dass ein Sohn als ehemaliger Staatsbeamter ICE über den Visumsverstoß informiert haben könnte.
- • Nach zwei Wochen Haft in Louisiana wurde sie nach diplomatischer Intervention freigelassen und nach Frankreich zurückgeflogen.
- • Ihre Familie äußerte sich besorgt über ihren Gesundheitszustand, da sie an Herz- und Rückenproblemen leidet.
Hintergrund der Festnahme
Die 86-jährige französische Witwe Marie-Thérèse Ross-Mahé wurde am 1. April in Anniston, Alabama, von US-Einwanderungsbehörden (ICE) festgenommen, nachdem sie ihr 90-Tage-Visum überzogen hatte, und in einer Einwanderungshafteinrichtung in Louisiana untergebracht. Sie war in ihrem Nachthemd in dem Haus festgenommen worden, das sie mit ihrem verstorbenen Ehemann, einem ehemaligen US-Armeekapitän, teilte. Die Eheleute hatten sich in den 1950er Jahren in Frankreich kennengelernt und waren im April des Vorjahres geheiratet.
Erbstreit und vermutete Denunziation
Der Fall ist mit einem bitteren Erbstreit verbunden: Nach dem Tod ihres Mannes im Januar ohne Testament entbrannte ein Konflikt mit seinen beiden Söhnen. Die Richterin Shirley Millwood, die den Erbfall bearbeitet, vermutet, dass der jüngste Sohn Tony, ein ehemaliger Staatspolizist in Alabama, seine Position missbraucht haben könnte, um ICE über den Visumsverstoß zu informieren – was er bestreitet. Millwood hatte zuvor eine einstweilige Verfügung erlassen, die die Söhne daran hinderte, Vermögenswerte zu veräußern, da Ross-Mahé nach Alabama-Gesetz die Hälfte des Nachlasses zusteht.
Gesundheitliche Sorgen und diplomatische Intervention
Ihre Familie äußerte sich besorgt über ihren Gesundheitszustand, da sie an Herz- und Rückenproblemen leidet und während der Festnahme „wie ein gefährlicher Krimineller“ an Händen und Füßen gefesselt worden sei. Nach einer Woche ohne Kontakt konnten französische Konsularbeamte sie besuchen, was zu diplomatischen Interventionen führte. Ihr Sohn betonte die Dringlichkeit, sie aus der Haft zu befreien, da sie unter den Bedingungen nicht länger als einen Monat überleben würde.
Rückkehr nach Frankreich
Der französische Außenminister Jean-Noël Barrot bestätigte, dass Ross-Mahé nach zwei Wochen Haft freigelassen und am Freitagmorgen nach Frankreich zurückgeflogen ist, was das Ende ihrer Haft markiert. Ihr Sohn äußerte Erleichterung und beschrieb sie als „Kämpferin“, die trotz der Umstände zuversichtlich in die Zukunft blickt. Der Fall wird als Teil der Massenabschiebepolitik der Trump-Administration eingeordnet, die auch Ehepartner von US-Soldaten betrifft.
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