Fünf Jahre nach der Flut: Rheinbach kämpft gegen das Vergessen
Wichtige Fakten
- • Zwei Feuerwehrkameraden kamen in Rheinbach ums Leben.
- • Von 93 Wiederaufbaumaßnahmen sind erst 37 abgeschlossen.
- • Stadt rechnet mit 60 Millionen Euro, bisher 7 Millionen abgerechnet.
- • Betroffene fühlen sich von Politik und Öffentlichkeit vergessen.
Gedenken und Gefühl des Vergessens
Fünf Jahre nach der verheerenden Flutkatastrophe halten die Einwohner von Rheinbach (Nordrhein-Westfalen) das Gedenken an die Opfer aufrecht. Zwei gelbe Feuerwehrhelme erinnern an zwei Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr, die damals ums Leben kamen. Viele Hinterbliebene fühlen sich jedoch vergessen, da ihr Heimatort selten im Fokus der Öffentlichkeit steht, anders als das stärker zerstörte Ahrtal. Klaus Jansen von der Initiative „Team Gedenken“ betont, dass dieses Gefühl eine zweite Traumatisierung bedeuten könne. Die Wanderkerze mit den Namen der Opfer wird von Ort zu Ort weitergereicht, um das Vergessen zu verhindern.
Wiederaufbau stockt
Die erste Beigeordnete Daniela Hoffmann beschreibt den Wiederaufbau als „enormen Kraftakt“. Von insgesamt 93 Maßnahmen sind erst 37 abgeschlossen. Die Stadt benötigt rund 60 Millionen Euro, von denen bisher nur sieben Millionen abgerechnet wurden. Haupthürden sind langwierige Bürokratie, begrenzte finanzielle Mittel und Personalmangel. Hinzu kommen die Energiekrise und die angespannte Wirtschaftslage, die den kommunalen Haushalt belasten. Ziel ist es, die Infrastruktur klimaresilienten wiederaufzubauen, was die Komplexität erhöht.
Mahnung der Angehörigen
Martin Rick, dessen Vater bei der Flut ums kam, befürchtet, dass die Dringlichkeit nachlässt: „Je länger das Ereignis her ist, desto mehr gerät es in Vergessenheit.“ Er appelliert, nicht nachzulassen. Auch Hoffmann teilt das Gefühl, dass die Welt um Rheinbach herum vergessen habe, dass auch dieser Ort schwer getroffen wurde. Der Wiederaufbau wird die Stadt noch Jahre beschäftigen.
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