Venezuela: Hoffnung und Verzweiflung nach dem Doppelbeben
Wichtige Fakten
- • Offizielle Todeszahl steigt auf 2.595, 12.400 Verletzte gemeldet.
- • Provisorische Leichenhalle im Hafen La Guaira überfordert.
- • IWF und Weltbank bieten Kredite für 200-Millionen-Wiederaufbaufonds.
- • Internationale Retter aus Chile, Großbritannien, Brasilien im Einsatz.
- • Tausende Freiwillige helfen, Kritik an zögerlicher Regierung.
Komplexe Rettung aus verschüttetem Parkhaus
Acht Tage nach dem verheerenden Doppelbeben vom 24. Juni wurde der venezolanische Sicherheitsbeamte Hernán Gil lebend aus den Trümmern geborgen. Er war unter 140 Tonnen Schutt begraben, als seine Einheit im Parkhaus in Catia La Mar eingeschlossen wurde. Ein Team aus internationalen Rettern unter Führung von Helfern aus Chile bezeichnete die Operation als eine der schwierigsten und komplexesten. Nach über 100 Stunden Arbeit hörten Einsatzkräfte seine Stimme aus den Trümmern – ein seltenes Zeichen der Hoffnung.
Wiederaufbau und Kredite
Die Interimspräsidentin Delcy Rodríguez gab bekannt, dass IWF und Weltbank Kredite angeboten haben, um einen Wiederaufbaufonds von 200 Millionen Dollar einzurichten. Ein Spendenkonto bei der Lateinamerikanischen Entwicklungsbank wurde eingerichtet. Laut Rodríguez wurden 189 Gebäude komplett zerstört und über 855 beschädigt, mehrere Krankenhäuser, Brücken und Straßen sind betroffen. Sie wies Kritik an der staatlichen Hilfsbereitschaft zurück und sprach von gezielten Falschinformationen.
Todes- und Verletztenzahlen steigen
Die offizielle Zahl der Todesopfer liegt bei 2.595, über 12.400 Menschen sind verletzt. Tausende werden noch vermisst. Die provisorische Leichenhalle im Hafen von La Guaira ist überlastet: Unter freiem Himmel harren Angehörige stundenlang aus, um ihre Verstorbenen zu identifizieren. Die Hitze beschleunigt die Verwesung, die Psychologen vor Ort können kaum helfen.
Freiwillige trotzen den Widrigkeiten
Neben internationalen Teams aus Großbritannien, Brasilien, Chile und Ecuador helfen tausende Freiwillige wie der 24-jährige Israel Rivas, der sein Erspartes opferte. Sie arbeiten in Trümmerlandschaften aus Hochhäusern, die durch die Beben etagenweise eingestürzt sind. Trotz Todesfällen geben Teams nicht auf; das eingeschlossene Vertrauen in Hilfe wird vielerorts von geborgener Kleidung in den Trümmern sichtbar: Neben Regierungsunfähigkeit reagiert die Regierung mit Erklärungen auf Kritik – die Bilder der Verwüstung jedoch bleiben.
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