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International 11.03.2026, 10:12 Aktualisiert: 11.03.2026, 12:14

Fukushima 15 Jahre danach: Langsamer Rückbau und globale Atomdebatte

Am 11. März 2011 führten Tsunami und Erdbeben zu drei Kernschmelzen im AKW Fukushima.

Wichtige Fakten

  • Am 11. März 2011 führten Tsunami und Erdbeben zu drei Kernschmelzen im AKW Fukushima.
  • Über 90.000 Menschen mussten evakuiert werden, viele Gebiete sind heute wieder bewohnbar.
  • Die Bergung von 880 Tonnen radioaktivem Material soll bis 2051 dauern, bisher 0,9 Gramm geborgen.
  • Japan setzt auf Atomkraft-Neustart mit drei neuen Reaktoren und Wiederinbetriebnahme des größten AKW.
  • Globaler Atomstromanteil sinkt außerhalb Chinas, China treibt Rekorde an.

Chronologie der Katastrophe und aktueller Stand

Vor 15 Jahren, am 11. März 2011, löste ein Tsunami nach einem Erdbeben im japanischen Fukushima eine Atomkatastrophe aus, die zu drei Kernschmelzen in den Reaktoren 1 bis 3 führte. Eine Wasserstoffexplosion zerstörte Teile des Kraftwerks, radioaktive Stoffe wurden freigesetzt, und über 90.000 Menschen in der direkten Umgebung mussten evakuiert werden. Die Böden wurden inzwischen dekontaminiert, und die meisten Gebiete sind wieder bewohnbar, allerdings leben heute weniger als 20.000 Menschen in Regionen, in denen früher fast 90.000 wohnten.

Rückbau und Herausforderungen

Der Rückbau des havarierten AKW gestaltet sich äußerst komplex: Ende 2024 wurde erstmals eine winzige Probe von weniger als einem Gramm geschmolzenen Brennstoffs mit einem Teleskoparm geborgen. Insgesamt liegen noch 880 Tonnen hochradioaktiven Materials in der Ruine, deren Bergung bis 2051 geplant ist, was Experten als unrealistisch einschätzen, da geeignete Geräte und ein Endlager fehlen. Parallel dazu leitet Japan gereinigtes und verdünntes Kühlwasser ins Meer ab, was von Nachbarländern wie China kritisiert wird.

Globale Atomkraft-Entwicklung

Während Japan unter Regierungschefin Sanae Takaichi auf Atomkraft setzt und drei neue Reaktoren baut sowie das weltgrößte AKW wieder ans Netz nimmt, zeigt die globale Entwicklung gemischte Trends: Laut Nuklearexperte Mycle Schneider ist die Atomstromproduktion außerhalb Chinas seit 2006 um 14 Prozent gesunken, und Rekorde werden hauptsächlich durch Chinas Ausbauprogramm getrieben. In Europa planen Länder wie Frankreich und Polen Neubauten, doch Projekte verzögern sich, und Small Modular Reactors (SMR) befinden sich größtenteils im Prototypstadium mit unklaren Zukunftsperspektiven.

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