Gaza nach dem Waffenstillstand: Wirtschaftlicher Kollaps und humanitäre Not
Wichtige Fakten
- • Offizielle Arbeitslosenquote in Gaza wird auf 80% geschätzt
- • Die Wirtschaftsleistung Gazas schrumpfte auf 13% des Vorkriegsniveaus
- • Humanitäre Hilfe erreicht 1,6 Millionen Menschen, bleibt aber unzureichend
- • Israelische Beschränkungen behindern Wiederaufbau und wirtschaftliche Erholung
- • Seit Waffenstillstandsbeginn wurden laut Gesundheitsbehörden 586 Palästinenser getötet
Wirtschaftlicher Zusammenbruch und Arbeitslosigkeit
Gaza erlebt nach zweijährigem Krieg den laut UN "schnellsten und schädlichsten Wirtschaftszusammenbruch, der je aufgezeichnet wurde". Die offizielle Arbeitslosenquote wird auf 80% geschätzt, die Wirtschaftsleistung schrumpfte auf nur noch 13% des Vorkriegsniveaus. Das Pro-Kopf-BIP fiel 2024 auf 161 US-Dollar jährlich - einer der niedrigsten Werte weltweit. Infrastruktur, Landwirtschaft und Fischereiindustrie wurden weitgehend zerstört.
Humanitäre Hilfe und Alltagsrealität
Seit dem Waffenstillstandsabkommen im Oktober haben humanitäre Organisationen ihre Hilfslieferungen ausgeweitet. UN-Agenturen erreichen etwa 1,6 Millionen Menschen mit Nahrungsmittelhilfe, und die NGO World Central Kitchen verteilt täglich eine Million warme Mahlzeiten. Dennoch bleibt die Versorgung unzureichend und deckt nur Grundbedürfnisse. Frisches Obst, Gemüse und andere Waren sind zwar wieder verfügbar, jedoch zu exorbitanten Preisen, die sich die meisten Bewohner nicht leisten können.
Politische Blockaden und Aussichten
Der für Oktober vereinbarte Waffenstillstand sollte eigentlich rasche Wiederaufbaumaßnahmen ermöglichen, doch der Fortschritt stockt. Während Geiseln freigelassen wurden und der Grenzübergang Rafah teilweise geöffnet wurde, blockiert Israel die Einsetzung einer technokratischen Verwaltung und behält die Kontrolle über mehr als die Hälfte des Territoriums. Hamas zeigt sich wiederum unwillig zur vollständigen Entwaffnung. Selbst wenn Arbeitsplätze geschaffen würden, behindern israelische Restriktionen - wie Beschränkungen für Fischer - die wirtschaftliche Erholung.
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