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Gesellschaft 12.07.2026, 03:00 Aktualisiert: 12.07.2026, 06:00

Geburtenrate in Deutschland auf Rekordtief: Ursachen und Folgen

Geburtenrate 2026 bei 1,32 Kindern pro Frau - niedrigster Stand seit 1997.

Wichtige Fakten

  • Geburtenrate 2026 bei 1,32 Kindern pro Frau - niedrigster Stand seit 1997.
  • Erstmals ist jede zweite Person in Deutschland älter als 45 Jahre.
  • Kriege, wirtschaftliche Unsicherheit und Inflation belasten Familienplanung.
  • Viele Menschen verschieben Kinderwunsch oder geben ihn ganz auf.
  • Bundesregierung plant Kürzung der Bezugsdauer von Elterngeld auf 12 Monate.

In Deutschland werden immer weniger Kinder geboren. Im vergangenen Jahr fiel die Geburtenrate auf durchschnittlich 1,32 Kinder pro Frau – der niedrigste Wert seit 1997. Laut dem Statistischen Bundesamt ist damit ein kontinuierlicher Rückgang seit 2022 zu beobachten. Der demografische Wandel ist eine Ursache: Die Bevölkerung altert, sodass es weniger Menschen im familienbildenden Alter gibt. Jede zweite Person ist mittlerweile über 45 Jahre alt, jede fünfte über 66.

Allerdings nennen Expertinnen wie Katharina Spieß, Direktorin des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung, weitere Gründe: „Kriege, wirtschaftliche Unsicherheiten, Inflation und andere Belastungen führen dazu, dass viele Menschen verunsichert sind und Kinderwünsche aufschieben oder gar nicht umsetzen.“ Viele Befragte geben an, sich eigentlich mehr Kinder zu wünschen – die Hürden bei der Verwirklichung sind jedoch hoch. Als ein wesentlicher Faktor gelten die Rahmenbedingungen für Eltern, insbesondere bei der Kinderbetreuung. Die Bundeselternvertretung der Kinder in Kindertageseinrichtungen (bevki) fordert eine bundesweit beitragsfreie Kita-Plätze und plädiert für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Zugleich stehen politische Veränderungen an: Die Bundsregierung plant, die Bezugsdauer des Elterngelds von 14 auf zwölf Monate zu kürzen, den Minimum- und Höchstbetrag indes zu erhöhen. Die Folgen der niedrigen Geburtenrate werden laut Spieß bald spürbar: Die Nachfrage nach Kita- und Schulplätzen werde abnehmen. Die bevki warnt dennoch vor übereilten Entscheidungen; einmal abgebautes Fachpersonal wäre später nur schwer zurückzugewinnen.

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