Gericht stoppt vorläufig Abschiebung von Chagossianern von ihrem Heimatarchipel
Wichtige Fakten
- • Ein Richter stoppte die Abschiebung der vier Männer für mindestens sieben Tage.
- • Die Chagossianer waren ohne Genehmigung auf die Inseln gereist, um gegen die Übergabe an Mauritius zu protestieren.
- • Großbritannien kontrolliert die Inseln seit 1814 und vertrieb die Bevölkerung in den 1960er Jahren.
- • Ein Abkommen sieht vor, die Kontrolle an Mauritius zu übergeben, während Großbritannien die Militärbasis behält.
- • Die Chagossianer erhielten 2022 das Recht auf britische Staatsbürgerschaft, sind aber in der Frage der Souveränität gespalten.
Gerichtlicher Stopp der Abschiebung
Ein Richter des British Indian Ocean Territory (BIOT) hat die Abschiebung von vier Chagossianern von den Chagos-Inseln vorläufig gestoppt. Die Männer waren ohne Genehmigung auf das Archipel gereist, um gegen ein Abkommen zur Übergabe der Inseln an Mauritius zu protestieren und eine dauerhafte Siedlung auf ihrer „Heimat“ zu errichten. Der Richter gewährte eine einstweilige Verfügung für mindestens sieben Tage, da die Betroffenen keine Sicherheitsbedrohung darstellen und bei einer Abschiebung Schwierigkeiten hätten, zurückzukehren.
Hintergrund des territorialen Konflikts
Großbritannien kontrolliert die Chagos-Inseln seit 1814 und vertrieb die Bevölkerung in den 1960er Jahren, um auf der Hauptinsel Diego Garcia eine Militärbasis einzurichten. Im vergangenen Jahr vereinbarte die britische Regierung, die Kontrolle an Mauritius zu übergeben, behält aber die Basis für 99 Jahre bei einer jährlichen Zahlung von 101 Millionen Pfund. Viele Chagossianer, die 2022 das Recht auf britische Staatsbürgerschaft erhielten, sehen dies als Verrat und fordern die Beibehaltung der britischen Souveränität für eine mögliche Rückkehr.
Politische und rechtliche Komplikationen
Die gerichtliche Entscheidung erschwert die Umsetzung des Übergabeabkommens, das bereits durch internationale Gerichtsurteile und politischen Druck, unter anderem von Donald Trump, in Frage gestellt wird. Die Chagossianer werden von einer rechtsgerichteten britischen Druckgruppe unterstützt, sind aber in ihrer Haltung zur Souveränität gespalten. Das britische Außenministerium bezeichnete die Reise als „illegalen, unsicheren Stunt“, betonte aber, dass keine Sicherheitsrisiken bestehen.
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