Gesetzliche Krankenkassen übernehmen künftig Kosten für Long-Covid-Medikamente
Wichtige Fakten
- • G-BA erlaubt Off-Label-Use von vier Medikamenten bei Long Covid
- • Kostenübernahme durch gesetzliche Krankenkassen auf Rezept
- • 10-15% der Infizierten entwickeln Long-Covid-Symptome
- • Kein speziell zugelassenes Medikament gegen Long Covid verfügbar
Kostenübernahme für Long-Covid-Medikamente
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat beschlossen, dass gesetzliche Krankenkassen künftig die Kosten für vier verschreibungspflichtige Medikamente bei Long Covid übernehmen. Diese können im sogenannten Off-Label-Use – also außerhalb ihrer eigentlichen Zulassungsgebiete – verordnet werden, was den Zugang für Patienten erleichtert.
Hintergrund und Wirkstoffe
Bisher mussten Long-Covid-Patienten Medikamente oft selbst bezahlen, da es keine speziell zugelassenen Therapien gibt. Die nun freigegebenen Wirkstoffe umfassen zwei Antidepressiva gegen Erschöpfung und kognitive Beeinträchtigungen, ein Herzmedikament für das POTS-Syndrom (betrifft etwa jeden dritten Patienten) und das Diabetesmittel Metformin zur Vorbeugung bei übergewichtigen Patienten nach akuter Infektion.
Weiterer Forschungsbedarf
Laut Robert Koch-Institut entwickeln 10-15% der SARS-CoV-2-Infizierten Long-Covid-Symptome. Josef Hecken, Vorsitzender des G-BA, betont, dass Off-Label-Use nur eine Behelfsoption ist und arzneimittelrechtlich abgesicherte Zulassungsverfahren nötig sind. Long Covid wird definiert als Symptome, die länger als vier Wochen nach Infektion bestehen, Post Covid als Beschwerden über zwölf Wochen hinaus.
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