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Politik 28.04.2026, 17:06

Gesundheitsreform: Wechsel von GKV zu PKV wird für Gutverdiener attraktiver

Beitragsbemessungsgrenze steigt einmalig um 300 Euro.

Wichtige Fakten

  • Beitragsbemessungsgrenze steigt einmalig um 300 Euro.
  • Versicherungspflichtgrenze steigt auf 6.750 Euro monatlich.
  • Wechsel in PKV ist erst ab Einkommen über dieser Grenze möglich.
  • PKV-Verband erwartet Abwanderung von etwa 100.000 Personen.
  • PKV-Prämien stiegen zu Jahresbeginn 2026 um durchschnittlich 13 Prozent.

Geplante Reform der gesetzlichen Krankenversicherung

Die Bundesregierung plant eine Reform der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), die für Gutverdiener zu höheren Beiträgen führen soll. Die Beitragsbemessungsgrenze soll einmalig um 300 Euro steigen, wodurch mehr Einkommen beitragspflichtig wird. Gleichzeitig wird die Versicherungspflichtgrenze ebenfalls um 300 Euro angehoben, sodass Arbeitnehmer erst ab einem Monatseinkommen von 6.750 Euro in die private Krankenversicherung (PKV) wechseln können. Diese außerordentlichen Anhebungen sollen den allgemeinen Gehaltsanstieg nachvollziehen.

Auswirkungen auf den Wechsel zur PKV

Nur wer oberhalb der Versicherungspflichtgrenze verdient, kann in die PKV wechseln. Für freiwillig Versicherte, auch Selbstständige, ist ein Wechsel möglich, jedoch mit Hürden verbunden: Privatversicherer kalkulieren Prämien basierend auf Alter und Vorerkrankungen, was ältere oder kranke Menschen abschrecken kann. Das Bundesgesundheitsministerium rechnet mit etwa 100.000 Wechslern. Der PKV-Verband sieht die Mehrbelastung durch die höhere Beitragsbemessungsgrenze netto bei nur 17,50 Euro pro Monat und betont, dass die PKV eine Lebensentscheidung sei.

Kostenentwicklung in der PKV

Auch die PKV ist von steigenden Ausgaben betroffen: Zum Jahresbeginn 2026 stiegen die Prämien für 60 Prozent der Versicherten um durchschnittlich 13 Prozent. Anders als in der GKV gibt es in der PKV keine gesetzlichen Kostendämpfungsmaßnahmen; die Versicherer setzen auf Selbstbeteiligungen. Der PKV-Verband fordert daher entschlossenere Sparmaßnahmen in der GKV, etwa bei Arzneimitteln, da die Preise der PKV an das Niveau der GKV gekoppelt sind.

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