Glasfasermarkt in Deutschland unter Druck: Insolvenzen und Ausbaustopps
Wichtige Fakten
- • Metrofibre meldet Insolvenz in Eigenverwaltung.
- • Deutsche Glasfaser reduziert Ausbauziele auf 3,2 Millionen Haushalte.
- • Anfragen für Glasfaserleitungen sanken von 40.000 (2022) auf 30.000 (2025).
- • Nur jeder vierte Haushalt mit Glasfaseranschluss bucht ihn auch.
- • Deutschland liegt EU-weit auf vorletztem Platz bei Glasfaserabdeckung.
Druck auf Anbieter wächst
Der deutsche Glasfasermarkt steckt in einer schwierigen Phase. Neben der Insolvenz des Unternehmens Metrofibre in Eigenverwaltung reduzierte auch die Deutsche Glasfaser ihre Ausbauziele stark – von sechs auf 3,2 Millionen Haushalte. Auch bei Subunternehmen wie Phoenix Engineering und Convert gab es Insolvenzen. Der Rückgang der BIL-Anfragen von 40.000 (2022) auf 30.000 (2025) zeigt die sinkende Marktstimmung. Dennoch sprechen Experten von einer angespannten Lage, aber nicht von einer Krise; der Markt sei in einer Neujustierung.
Herausforderungen: Kosten und Zinswende
Der Glasfaserausbau ist kapitalintensiv und rechnet sich meist erst nach 10 bis 20 Jahren. Steigende Zinsen nach der EZB-Wende, hohe Tiefbaukosten und der Ukraine- und Iran-Krieg haben viele Kosten explodieren lassen z. B. für Diesel und Baumaterialien. Zudem fehlen Fachkräfte: Die Lücke bei Erdbauarbeiten stieg 2025 um 38 Prozent.
Weniger Wechselbereitschaft bei Kunden
Viele Haushalte nutzen weiter DSL oder Kabel statt ihres bereits verfügbaren Glasfaseranschlusses. Nur jeder vierte bucht ihn, laut Abdeckungsrate von 50 Prozent aller Haushalte. Im EU-Vergleich liegt Deutschland damit auf dem vorletzten Platz. Hinzu kommt der sogenannte Überbau, wenn mehrere Anbieter die gleichen Gebiete erschließen.
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