Globale Ernährungswende: Zukunftsfähige Landwirtschaft im Fokus
Wichtige Fakten
- • Planetary Health Diet könnte jährlich bis zu 15 Millionen Todesfälle vermeiden.
- • Umsetzung bis 2050 könnte globale Tierbestände auf Niveau der 1990er senken.
- • Landwirtschaftliche Fläche würde um 6-7 Prozent im Transformationsszenario schrumpfen.
- • Treibhausgasemissionen der Landwirtschaft könnten um ein Drittel sinken.
Studie zur Ernährungswende
Das aktuelle Ernährungssystem belastet Klima und Gesundheit erheblich. Rund ein Drittel aller Treibhausgasemissionen stammen aus der Lebensmittelproduktion, und jährlich werden enorme Mengen an Nahrungsmitteln verschwendet. Eine globale Umstellung auf eine gesündere, pflanzenbasierte Ernährung könnte nicht nur Millionen vorzeitige Todesfälle verhindern, sondern auch die Umwelt entlasten. Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung haben in einer neuen Studie zwei Szenarien bis 2050 verglichen: weitermachen wie bisher oder eine Transformation hin zur Planetary Health Diet. Die Ergebnisse zeigen drastische Unterschiede.
Weniger Tierhaltung, mehr Pflanzen
Im Transformationsszenario würde der Viehbestand stark sinken, insbesondere bei Wiederkäuern, auf das Niveau der Mitte der 1990er-Jahre. Gleichzeitig nähme der Anbau von Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten zu. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche würde um sechs bis sieben Prozent schrumpfen – der größte Rückgang seit über 2000 Jahren. Freiwerdende Flächen könnten für Wiederaufforstung und Biodiversität genutzt werden. Auch der Einsatz von Düngemitteln und die Bewässerung gingen zurück. Die Klimagasemissionen aus der Landwirtschaft lägen 2050 etwa ein Drittel unter den Werten des Weiter-wie-bisher-Szenarios.
Umsetzung und Herausforderungen
Die Umstellung würde vor allem exportorientierte Regionen mit massiver Tierhaltung wie Brasilien treffen. Bauern bräuchten Alternativen und politische Unterstützung. Gleichzeitig können die Verbraucher durch bewusste Ernährung und weniger Verschwendung beitragen. Die Autoren betonen, dass die Fortführung der aktuellen Praxis langfristig teurer wäre, insbesondere durch die versteckten Gesundheits- und Umweltkosten.
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