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International 14.04.2026, 05:02 Aktualisiert: 14.04.2026, 10:17

Griechenland: BBC-Bericht enthüllt mutmaßliche Pushbacks durch rekrutierte Migranten

Griechische Polizei rekrutiert Migranten als 'Söldner' für Pushbacks.

Wichtige Fakten

  • Griechische Polizei rekrutiert Migranten als 'Söldner' für Pushbacks.
  • Zeugen berichten von Gewalt, Entkleidung und sexuellen Übergriffen.
  • Interne Dokumente belegen Anordnung durch höhere Polizeioffiziere.
  • Frontex-Berichte bestätigen Beteiligung von 'Drittstaatsangehörigen'.
  • Menschenrechtskommission verzeichnet über 100 mutmaßliche Vorfälle seit 2020.

Zusammenfassung

Ein BBC-Bericht enthüllt, dass griechische Polizeibeamte Migranten aus Ländern wie Pakistan, Syrien und Afghanistan rekrutieren, um andere Migranten gewaltsam über die Landgrenze zur Türkei zurückzudrängen. Interne Polizeidokumente belegen, dass diese Praxis von höheren Offizieren angeordnet und überwacht wird. Zeugen berichten von Brutalität, darunter Entkleidung, Raub, Prügeln und sexuellen Übergriffen. Pushbacks – das Zurückweisen von Migranten ohne ordentliches Verfahren – gelten nach internationalem Recht als illegal.

Untersuchungsergebnisse

Die BBC-Untersuchung, in Zusammenarbeit mit der Consolidated Rescue Group, stützt sich auf Videos, Zeugenaussagen von Migranten und ehemaligen 'Söldnern', Polizeiquellen sowie geleakte Dokumente. Ein Bericht des Fundamental Rights Office von Frontex bestätigt, dass bei einem Vorfall im Juni 2023 10 bis 20 'Drittstaatsangehörige' unter Anleitung griechischer Beamter Migranten misshandelten und gewaltsam in die Türkei zurückbrachten. Die griechische Menschenrechtskommission hat über 100 mutmaßliche Zwangsrückführungen im Evros-Gebiet seit 2020 dokumentiert.

Reaktionen und Auswirkungen

Der griechische Premierminister Kyriakos Mitsotakis erklärte gegenüber der BBC, von den Vorwürfen nichts zu wissen, betonte aber die Notwendigkeit des Grenzschutzes. Frontex weist den Vorwurf zurück, Menschenrechtsverletzungen zu ignorieren. Die Enthüllungen könnten erhebliche menschenrechtliche Konsequenzen haben, da sie systematische Verstöße nahelegen. Betroffene Migranten wie die Syrerin Amal und Ahmad schildern traumatische Erlebnisse, darunter Misshandlungen und erzwungene Rückführungen über den Evros-Fluss.

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