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Wirtschaft 14.04.2026, 13:00 Aktualisiert: 14.04.2026, 23:04

IWF warnt: Iran-Krieg trifft Weltwirtschaft - Großbritannien besonders hart betroffen

Der IWF senkt globale Wachstumsprognose für 2026 auf 3,1% - vor dem Krieg wäre sie gestiegen.

Wichtige Fakten

  • Der IWF senkt globale Wachstumsprognose für 2026 auf 3,1% - vor dem Krieg wäre sie gestiegen.
  • Großbritannien erhält mit -0,5% die stärkste Wachstumskorrektur aller G7-Länder, nun bei 0,8% für 2026.
  • Europa ist durch energieintensive Wirtschaft besonders von steigenden Öl- und Gaspreisen betroffen.
  • Im schlimmsten Szenario (Öl über 110 US-Dollar) droht globale Rezession mit Wachstum von nur 2%.
  • IWF warnt vor pauschalen Subventionen und rät zu gezielten Hilfen für besonders Betroffene.

IWF senkt globale Wachstumsprognose wegen Iran-Krieg

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat aufgrund des Iran-Kriegs seine Wachstumserwartungen für die Weltwirtschaft gesenkt. Für 2026 prognostiziert der IWF nun ein globales Wachstum von 3,1% - eine Absenkung um 0,1 Prozentpunkte gegenüber der letzten Herbstprognose. Ohne den Konflikt im Nahen Osten wäre die Prognose sogar nach oben korrigiert worden, wie IWF-Chefökonom Pierre-Olivier Gourinchas erklärt. Die Blockade der strategisch wichtigen Straße von Hormus durch die USA treibt die Energiepreise in die Höhe und setzt die globale Konjunktur unter Druck.

Großbritannien mit stärkster Wachstumskorrektur in G7

Besonders hart trifft es Großbritannien: Der IWF korrigierte die Wachstumsprognose für 2026 um 0,5 Prozentpunkte nach unten auf nur noch 0,8% - die stärkste Absenkung aller G7-Länder. Grund sind die hohe Abhängigkeit von Energieimporten, weniger Zinssenkungen als erwartet und die anhaltenden Auswirkungen steigender Energiepreise. Die Inflation im Vereinigten Königreich könnte vorübergehend auf fast 4% steigen, bevor sie bis Ende 2027 auf das Ziel der Bank of England von 2% zurückkehrt. Die britische Schatzkanzlerin Rachel Reeves kritisierte US-Präsident Donald Trump scharf für den wirtschaftlichen Schaden.

Europa leidet unter Energieschock

Europa ist durch seine energieintensive Wirtschaft besonders von den steigenden Öl- und Gaspreisen betroffen. Deutschland und andere europäische Länder müssen viele Rohstoffe importieren, was direkt auf Kosten, Preise und Wettbewerbsfähigkeit durchschlägt. Anders ist die Situation in den USA, wo die Inflation vor allem durch robuste Nachfrage getrieben wird und die Abhängigkeit von Energieimporten geringer ist. Der IWF warnt davor, auf den Energiepreisschock mit teuren, pauschalen Subventionen zu reagieren, und rät stattdessen zu gezielten Hilfen für besonders Betroffene.

Drei Szenarien mit unterschiedlicher Schwere

Der IWF skizziert drei mögliche Szenarien: Im Basisszenario (Konfliktende bis Mitte 2026) wächst die Weltwirtschaft um 3,1%. Im ungünstigen Szenario (Öl bei 100 US-Dollar) sinkt das Wachstum auf 2,5%. Im schwersten Szenario (Öl über 110 US-Dollar bis 2027) könnte das globale Wachstum auf nur 2% fallen - was einer weltweiten Rezession gleichkäme. Gourinchas warnt, dass die Weltwirtschaft mit jedem weiteren Konflikttag näher an das ungünstige Szenario rückt. Die beste Möglichkeit, den wirtschaftlichen Schaden zu begrenzen, sei ein rasches Ende des Krieges.

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