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Gesellschaft 18.02.2026, 22:32

Großbritannien plant schärfere Regeln gegen nicht-einvernehmliche intime Bilder

Tech-Plattformen müssen nicht-einvernehmliche intime Bilder innerhalb von 48 Stunden entfernen.

Wichtige Fakten

  • Tech-Plattformen müssen nicht-einvernehmliche intime Bilder innerhalb von 48 Stunden entfernen.
  • Bei Verstößen drohen Geldstrafen bis zu 10% des globalen Umsatzes oder Blockade in UK.
  • Betroffene müssen Bilder nur einmal melden – dann gilt die Meldung für alle Plattformen.
  • Die Regelung betrifft auch Deepfakes und AI-generierte explizite Inhalte.
  • Intime Bildmissbrauch wird als 'Priority Offence' gleichgestellt mit Kinderpornografie.

Gesetzesinitiative gegen intimen Bildmissbrauch

Die britische Regierung plant schärfere Regeln für Tech-Plattformen im Umgang mit nicht-einvernehmlichen intimen Bildern, darunter sogenanntes 'Revenge Porn' und Deepfake-Nacktbilder. Ein Gesetzesentwurf sieht vor, dass Plattformen solche Inhalte innerhalb von 48 Stunden nach Meldung entfernen müssen. Bei Verstößen drohen Geldstrafen von bis zu 10 Prozent des globalen Umsatzes oder eine Blockade der Dienste in Großbritannien.

Opferentlastung und erweiterte Zuständigkeiten

Opfer sollen Bilder nur einmal melden müssen, anstatt sich an jede Plattform einzeln wenden zu müssen. Die Aufsichtsbehörde Ofcom erhält neue Befugnisse zur Durchsetzung und soll Möglichkeiten prüfen, Bilder digital zu markieren, um automatisches Erkennen bei erneuter Verbreitung zu ermöglichen. Die Regelung betrifft auch AI-Chatbots wie Grok von X, die zuvor nicht-einvernehmliche Bilder generierten.

Hintergrund und Herausforderungen

Premierminister Keir Starmer bezeichnete die Situation als 'nationalen Notstand' aufgrund von Online-Misogynie. Berichte zeigen einen Anstieg von Meldungen zu intimen Bildmissbrauch um 20,9 Prozent im Jahr 2024. Expertinnen weisen darauf hin, dass Techniken wie Hash-Matching bereits bei Kinderpornografie eingesetzt werden, aber bei schnell veränderbaren AI-Inhalten an Grenzen stoßen können. Die Anwendung auf verschlüsselte Dienste wie WhatsApp bleibt eine offene Frage.

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