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International 28.03.2026, 11:44 Aktualisiert: 28.03.2026, 18:05

Größte Anti-Rechts-Demo in London: Hunderttausende protestieren gegen Rassismus

Organisatoren sprechen von 500.000 Teilnehmern, Polizei schätzt 50.000 bei der größten Anti-Rechts-Demo in der britischen Geschichte.

Wichtige Fakten

  • Organisatoren sprechen von 500.000 Teilnehmern, Polizei schätzt 50.000 bei der größten Anti-Rechts-Demo in der britischen Geschichte.
  • Die Polizei verhaftete 20 Personen, darunter 18 Unterstützer von Palestine Action und 2 Demonstranten bei Störungen.
  • Prominente wie Lenny Henry, Paloma Faith und UB40 unterstützten die von über 100 Organisationen getragene Veranstaltung.
  • Die Demo war eine direkte Antwort auf Tommy Robinsons "Unite the Kingdom"-Kundgebung im Vorjahr mit 110.000 Teilnehmern.
  • Neben der Hauptdemo gab es kleinere Gegenproteste mit israelischen und amerikanischen Flaggen sowie Umweltaktivisten.

Größte Anti-Rechts-Demonstration in der britischen Geschichte

Am Samstag fand in London die größte Demonstration gegen rechtsextreme Politik in der britischen Geschichte statt. Zehntausende, nach Angaben der Organisatoren sogar eine halbe Million Menschen, marschierten unter dem Dach der "Together Alliance" von der Park Lane über Whitehall zum Trafalgar Square. Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl auf etwa 50.000, räumte jedoch ein, dass genaue Zahlen wegen der weitläufigen Verteilung der Menge schwer zu ermitteln seien. Die Demonstration war eine direkte Antwort auf die "Unite the Kingdom"-Kundgebung des rechtsextremen Aktivisten Tommy Robinson im September des Vorjahres, die 110.000 Menschen angezogen hatte.

Breites Bündnis und prominente Unterstützung

Die Together Alliance vereinte über 100 Wohltätigkeitsorganisationen, Kampagnengruppen und Gewerkschaften, die zusammen mehr als sieben Millionen Menschen repräsentieren. Zu den prominenten Unterstützern gehörten Schauspieler wie Sir Lenny Henry und David Harewood, Musiker wie Paloma Faith, Billy Bragg und die Reggae-Band UB40, sowie Politiker verschiedener Parteien. Auf der Bühne am Whitehall sprachen unter anderem die Labour-Abgeordnete Diane Abbott und der Grünen-Parteichef Zack Polanski, der die Menge aufforderte, sich in den Gemeinden zu organisieren und bei den anstehenden Kommunalwahlen gegen Hass zu mobilisieren.

Polizeieinsätze und parallele Aktionen

Die Metropolitan Police war mit einem verstärkten Aufgebot vor Ort und verhaftete insgesamt 20 Personen. Achtzehn davon waren Unterstützer der verbotenen Gruppe Palestine Action, die vor dem New Scotland Yard protestierten, zwei weitere wurden wegen mutmaßlicher Sachbeschädigung und öffentlicher Belästigung festgenommen, nachdem sie versucht hatten, Säulen am Trafalgar Square zu erklimmen. Parallel zur Hauptdemonstration gab es eine kleinere Kundgebung der Palestine Coalition, die sich dem Marsch anschloss, sowie vereinzelte Gegenproteste mit israelischen und amerikanischen Flaggen. Umweltgruppen wie Extinction Rebellion und "Cut the Ties to Fossil Fuels" nutzten die Veranstaltung, um auf Klimathemen und Verbindungen zwischen Rechtspopulismus und der fossilen Industrie aufmerksam zu machen.

Hintergrund und gesellschaftliche Bedeutung

Die Demonstration stand im Zeichen wachsender Besorgnis über rechtsextreme und islamfeindliche Tendenzen in der britischen Politik. Teilnehmer wie Steve Tribble aus Stroud äußerten Ängste vor der weltweiten Ausbreitung von Populismus und der Suche nach Sündenböcken. Organisator Kevin Courtney betonte, dass die Mehrheit der Bevölkerung Rassismus ablehne, und verwies auf steigende rassistische Vorfälle in Schulen. Die breite Mobilisierung – mit Dutzenden Bussen aus dem ganzen Land, darunter zehn allein aus Manchester – unterstrich die gesellschaftliche Reichweite der Bewegung gegen Hass und Spaltung.

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