Häusliche Gewalt: Zahl Suizid-Opfer in England und Wales stark gestiegen
Wichtige Fakten
- • 150 Suizide nach häuslicher Gewalt in England und Wales bis März 2025.
- • 8 % der Opfer waren zwischen 16 und 24 Jahre alt.
- • Internetinhalte wie gewaltvolle Pornografie werden als Mitursache genannt.
- • 73 % der Suizidopfer waren Frauen, die meisten ethnisch weiß.
- • Polizei soll seit 2024 bei jedem Suizid auf Gewalterfahrung prüfen.
Anstieg um mehr als 50 Prozent
Die Zahl der mutmaßlichen Suizide von Opfern häuslicher Gewalt in England und Wales ist laut Polizeidaten im Jahr bis März 2025 auf 150 gestiegen – ein Anstieg von 98 im Vorjahr. Die Polizei führt diesen Anstieg auf ein verbessertes Bewusstsein und eine geänderte Erfassungspraxis zurück. Seit 2024 müssen Beamte bei Suiziden standardmäßig prüfen, ob eine Vorgeschichte häuslicher Gewalt vorliegt.
Jugendliche besonders betroffen
Das „Domestic Homicide Project“ zeigt, dass 8 % der Suizidopfer zwischen 16 und 24 Jahre alt waren. Erstmals war in einem Fall sowohl das Opfer als auch der Tatverdächtige unter 18 Jahre alt. Louisa Rolfe, nationale Polizeibeauftragte für häusliche Gewalt, verwies auf gefährliche Internetinhalte wie gewalttätige Pornografie und „toxische Influencer“ als Mitursachen.
Hintergrund der Gesamtzahlen
Insgesamt wurden 347 Todesfälle im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt verzeichnet, darunter 80 Tötungsdelikte durch Partner. Frauen machten 73 % der Suizidopfer aus; die meisten Opfer waren weiß. Die nationale Beauftragte für häusliche Gewalt, Dame Nicole Jacobs, kritisierte, dass das System nicht genug tue, um Leben zu retten. Viele Opfer hätten zuvor mehrfach Kontakt mit Behörden gehabt.
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