Hantavirus-Ausbruch: Gestrandetes Kreuzfahrtschiff darf auf Kanaren anlegen
Wichtige Fakten
- • Drei Passagiere starben, darunter ein niederländisches Paar und eine Deutsche.
- • WHO geht von Mensch-zu-Mensch-Übertragung des Hantavirus an Bord aus.
- • Spanien erlaubt Anlegen auf den Kanaren in drei bis vier Tagen.
- • Zwei Crew-Mitglieder werden per Krankenflugzeug evakuiert.
- • Rund 150 Menschen aus 23 Ländern sind an Bord unter Quarantäne.
Hintergrund
Das Kreuzfahrtschiff „Hondius“ (Niederlande) war auf dem Weg von Argentinien nach Kap Verde, als ein Hantavirus-Ausbruch ausbrach. Kap Verde verweigerte dem Schiff das Anlegen, woraufhin Spanien sich bereit erklärte, die „Hondius“ auf den Kanarischen Inseln aufzunehmen. Laut spanischem Gesundheitsministerium geschah dies in Abstimmung mit der WHO und der EU unter humanitären Gesichtspunkten. Die WHO erklärte, dass Kap Verde nicht über die nötigen Kapazitäten verfüge und die Kanaren der nächstgelegene geeignete Ort seien.
Krankheitsfälle
Bislang starben drei Passagiere: ein niederländisches Ehepaar und eine Deutsche. Es gibt insgesamt sieben bestätigte oder Verdachtsfälle. Die WHO vermutet eine Übertragung von Mensch zu Mensch unter engem Kontakt, was bei dieser in Südamerika verbreiteten Hantavirus-Variante selten vorkommt. Üblich ist eine Ansteckung über Nagetiere, doch an Bord wurden keine Ratten gefunden. Ein britischer Crew-Arzt und ein weiteres Crew-Mitglied mit schweren Symptomen werden nach medizinischer Evakuierung von Kap Verde aus in die Niederlande ausgeflogen. Die übrigen Personen an Bord befinden sich unter strengen Quarantänemaßnahmen, die Passagiere müssen in ihren Kabinen bleiben.
Weiteres Vorgehen
Das Schiff soll in drei bis vier Tagen auf den Kanarischen Inseln ankommen. Der genaue Hafen (Gran Canaria oder Teneriffa) wird noch festgelegt. Nach Ankunft werden Besatzung und Passagiere ärztlich untersucht, versorgt und in ihre Heimatländer repatriiert. Britische Staatsbürger stehe unter Konsularbetreuung. Die niederländische Reederei Oceanwide Expeditions bestätigt, dass die Stimmung ruhig sei und keine neuen Symptome aufgetreten seien. Der britische Premierminister Starmer zeigte sich betroffen und kündigte Reiseplanungen für die Briten an Bord an.
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