Hitzetote in Deutschland: Wissenschaftler verteidigen Schätzmethoden gegen Kritik
Wichtige Fakten
- • RKI schätzte bis Ende Juni 5.120 hitzebedingte Sterbefälle.
- • Hitze wird selten direkt als Todesursache angegeben.
- • Kombination aus Hitze und Vorerkrankung führt zu Todesfällen.
- • Unterschätzung der Hitzetoten liegt zwischen 35 und 50 Prozent.
- • Winterliche Übersterblichkeit ist nicht mit Hitze vergleichbar.
Hitzetote in Deutschland: Wie das RKI schätzt
Die Zahl der Hitzetoten wird in sogenannten Alternativmedien stark angezweifelt. Das Robert Koch-Institut (RKI) schätzte, dass in Deutschland bis Ende Juni 2026 rund 5.120 hitzebedingte Todesfälle aufgetreten sind, allein in der letzten Juniwoche etwa 4.310. Die Schätzung basiert auf dem Vergleich aktueller Sterbefallzahlen mit dem Mittel der Vorjahre und modelliert die Zahl zusätzlicher Todesfälle ab einer Wochenmitteltemperatur von 20 Grad Celsius.
Warum Hitze oft unterschätzt wird
Hitzebedingte Todesfälle sind schwer zu erfassen, da Hitze selten direkt als Todesursache genannt wird. Meist sterben Menschen an einer Kombination aus Vorerkrankung und Hitze. Zudem schlägt Hitze oft zeitverzögert durch, was die Zahlen unterschätzen lässt. Studien zeigen, dass die Unterschätzung der Hitzetoten zwischen 35 und 50 Prozent liegen kann.
Kritik und Alternativmedien
Kritiker sprechen von Panikmache, doch Wissenschaftler widersprechen. Hitze ist eine unterschätzte Gesundheitsgefahr, besonders für Ältere, Schwangere und Vorerkrankte. Die Gegenüberstellung von Hitze- und Kältetoten im Winter sei irreführend, da winterliche Übersterblichkeit stark von Infektionswellen abhängt und Anpassung an Hitze physiologisch schwieriger ist.
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