Friedensgespräche USA-Iran in Islamabad: Direkte Verhandlungen trotz anhaltender Spannungen
Wichtige Fakten
- • Die Friedensgespräche zwischen USA und Iran haben in Islamabad mit direkten Gesprächen am selben Tisch begonnen.
- • US-Vizepräsident JD Vance leitet die US-Delegation, Irans Parlamentspräsident Bagher Ghalibaf führt die 70-köpfige iranische Delegation.
- • Ein Hauptstreitpunkt ist die Straße von Hormus: USA wollen Minen räumen, Iran bestreitet Durchfahrt.
- • Pakistan vermittelt mit Außenminister Ishaq Dar als Gesprächsleiter und Premierminister Shehbaz Sharif als Gastgeber.
- • Beobachter sehen bereits das Fortbestehen der Gespräche ohne Abbruch als Erfolg bei minimalen Erwartungen.
Beginn der direkten Friedensgespräche in Islamabad
Die hochrangigen Friedensgespräche zwischen den USA und Iran haben in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad hinter verschlossenen Türen begonnen. Es handelt sich um die ersten direkten Gespräche am selben Tisch seit 1979. US-Vizepräsident JD Vance führt die amerikanische Delegation an, während der iranische Parlamentspräsident Bagher Ghalibaf eine 70-köpfige Delegation leitet. Beide Seiten äußerten vor Beginn Skepsis: Ghalibaf betonte fehlendes Vertrauen in die USA, und Vance warnte davor, sich austricksen zu lassen.
Zentrale Streitpunkte und Verhandlungsdynamik
Ein Hauptstreitpunkt ist die Straße von Hormus, die seit Ende Februar faktisch geschlossen ist. Nach US-Angaben haben zwei Kriegsschiffe die Meerenge passiert, um Seeminen zu beseitigen – was Iran bestreitet. Teheran fordert die komplette Kontrolle über die strategisch wichtige Schifffahrtsroute, während Washington ein Ende der Blockade verlangt. Weitere kontroverse Themen sind die Ausweitung der Waffenruhe auf den Libanon, wo Israel weiterhin angreift, sowie die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögen und die Zukunft des iranischen Atomprogramms.
Geringe Erwartungen und regionale Verflechtungen
Die Erwartungen an die Gespräche sind minimal. Beobachter wie die türkische Journalistin Deniz Kilislioğlu betonen, dass bereits das Fortbestehen der Verhandlungen ohne Abbruch als Erfolg gelten muss. Die Anwesenheit von Vance wird als positives Zeichen gewertet, da er als neutraler gilt. Parallel haben Israel und Libanon direkte Gespräche über einen Waffenstillstand vereinbart, die von den USA vermittelt werden. Die Sicherheitslandschaft am Golf hat sich durch den Konflikt grundlegend verändert.
Pakistanische Vermittlung und Herausforderungen
Pakistan fungiert als Vermittler, mit Premierminister Shehbaz Sharif und Außenminister Ishaq Dar in zentralen Rollen. Sharif bezeichnete diese Phase als "Make or Break" für einen dauerhaften Waffenstillstand. Pakistan verfolgt eigene Interessen: Es möchte eine Eskalation vermeiden, die zu inneren Unruhen durch schiitische Gruppen führen könnte, und gleichzeitig als Friedensbringer Imagegewinn erzielen. Die Gespräche werden von Herausforderungen wie Desinformationskampagnen begleitet, die eine objektive Einschätzung erschweren.
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