Homeoffice steigert Produktivität bis zu 20% – aber nur bis zu einem Kipppunkt
Wichtige Fakten
- • Fraunhofer-Studie mit 11.000 Mitarbeitern zeigt 20% höhere Produktivität im Homeoffice.
- • Ab 60% Heimarbeit (ca. drei Tage/Woche) sinkt die Produktivität wieder deutlich.
- • Drei Viertel der Befragten wünschen sich ein hybrides Arbeitsmodell.
- • Nur ein Viertel der Deutschen arbeitet mindestens einmal pro Woche im Homeoffice.
- • Homeoffice ist für Bewerber mittlerweile keine Bonusleistung mehr, sondern Standard.
Produktivitätssteigerung durch Homeoffice mit klarem Kipppunkt
Eine aktuelle Untersuchung des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) mit 11.000 Mitarbeitern einer deutschen Krankenkasse zeigt, dass Heimarbeit die Produktivität um bis zu 20% steigern kann. Die Forscher analysierten über zwei Jahre Leistungsdaten bei Sachbearbeitung und Kundenanliegen und fanden heraus, dass Mitarbeiter im Homeoffice mehr Anliegen bearbeiten konnten. Allerdings gibt es einen klaren Kipppunkt: Ab etwa 60% Heimarbeit (etwa drei Tagen pro Woche) sinkt die Produktivität wieder, da informeller Austausch und Kooperation leiden. Die Studie widerlegt damit die Annahme, dass Arbeitnehmer im Homeoffice grundsätzlich weniger leisten.
Verbreitung, Wünsche und regionale Unterschiede
Laut der Konstanzer Homeoffice-Studie wünschen sich drei Viertel der Befragten ein hybrides Modell mit einer Mischung aus Büro- und Heimarbeit. Nur ein Viertel der Deutschen arbeitet tatsächlich mindestens einmal pro Woche von zu Hause, wobei die Verbreitung regional stark variiert – Spitzenreiter ist Hamburg mit über 35%, während Sachsen-Anhalt nur etwa 11% erreicht. Homeoffice ist stark von der Verfügbarkeit entsprechender Jobs abhängig und mittlerweile für viele Bewerber keine Bonusleistung mehr, sondern eine Selbstverständlichkeit. Jeder Fünfte möchte sogar komplett von daheim arbeiten, während eine vollständige Rückkehr ins Büro nur wenige anstreben.
Herausforderungen und individuelle Faktoren für optimale Arbeitsweise
Die Studien relativieren die Annahme, dass Mitarbeiter im Homeoffice weniger leisten, betonen aber, dass eine plötzliche Rückkehr zur Präsenzpflicht Stress erhöhen kann. Die optimale Arbeitsweise hängt vom Tätigkeitsprofil, der Branche und persönlichen Bedürfnissen ab – einige benötigen die soziale Kontrolle im Büro, andere bevorzugen mehr Flexibilität. Mitarbeiter bewerten die Büropräsenz kritischer, je länger ihr Anfahrtsweg ist. Insgesamt zeigen sich hybride Modelle als aktueller Trend, die eine Balance zwischen Produktivität und sozialem Austausch ermöglichen, wobei kleinere Unternehmen und Startups durch aktive Kulturarbeit auch reine Heimarbeit erfolgreich gestalten können.
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