Humboldt Forum: Fünf Jahre zwischen Anspruch und Wirklichkeit
Wichtige Fakten
- • Das Humboldt Forum öffnete vor fünf Jahren in Berlin.
- • 3,3 Millionen Besucher kamen 2025, davon 60% Touristen.
- • Kritik an preußischer Fassade und Kolonialismus-Debatte hält an.
- • Restitution geraubter Kunst wie Benin-Bronzen wurde teils umgesetzt.
- • Kulturjournalisten sehen fehlende Akzeptanz in Berliner Kulturszene.
Fünf Jahre Humboldt Forum: Eine Zwischenbilanz
Das Humboldt Forum in Berlin feiert sein fünfjähriges Bestehen. Seit der Eröffnung 2021 stand das Kulturzentrum im Zeichen der Kolonialismus-Aufarbeitung und sollte ein Debattenraum für die Stadtgesellschaft sein. Mit rund 3,3 Millionen Besuchern im vergangenen Jahr ist es einer der meistbesuchten Kulturorte Berlins, auch wenn 60 Prozent Touristen sind. Die Ausstellungen verzeichneten 634.000 Besucher, 132.000 kamen zu Veranstaltungen.
Kritik an Architektur und Kolonialismus-Debatte
Die preußische Architektur des wiedererrichteten Berliner Schlosses, in dem das Forum untergebracht ist, bleibt umstritten. Wissenschaftlerin Noa K. Ha spricht von einer „kolonial-revisionistischen Architekturgeste“ und fordert eine kritische Umgestaltung. Trotz Restitutionen wie der Rückgabe der Benin-Bronzen sieht sie weiteren Handlungsbedarf. Auch Kulturjournalisten bemängeln, dass das Forum in der Berliner Kunstszene noch nicht voll akzeptiert sei.
Internationale Ausstrahlung und Strukturprobleme
Der ehemalige Kultursenator Volker Hassemer kritisiert die fehlende Rolle des Forums als internationaler Dialograum. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und die Stadt Berlin arbeiten an einer klareren Führungsstruktur. Intendant Hartmut Dorgerloh verteidigt das Konzept: Das Forum sei kein „Nabel der Welt“, aber ein Ort der Verständigung über zentrale Fragen.
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