Fünf Jahre Humboldt Forum: Ein Ort im ständigen Diskurs
Wichtige Fakten
- • Eröffnung 2021 mit dem Ziel eines Debattenraums.
- • 3,3 Millionen Besucher 2025, davon 60 % Touristen.
- • Kritik an preußischer Architektur und kolonialem Erbe.
- • Restitution von Benin-Bronzen als Meilenstein genannt.
- • Fehlende Akzeptanz in der Berliner Kulturszene.
Jubiläum und Besucherbilanz
Fünf Jahre nach seiner Eröffnung zieht das Humboldt Forum eine gemischte Bilanz. Mit rund 3,3 Millionen Besuchern im vergangenen Jahr zählt es zu den meistbesuchten Kulturorten Berlins, jedoch waren 60 Prozent der Gäste Touristen. Kulturjournalistin Nicola Kuhn vom Tagesspiegel beobachtet, dass die Einrichtung in der Berliner Kulturszene noch nicht vollständig akzeptiert wird – Skepsis sei verbreitet.
Kontroversen um Architektur und Kolonialgeschichte
Die wechselvolle Geschichte des Hauses bleibt präsent: Kritiker wie Noa K. Ha vom Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung sehen in der preußischen Fassade eine „kolonial-revisionistische Architekturgeste”. Gleichzeitig würdigt sie die durch das Forum angestoßenen Debatten über Kolonialgeschichte und Rassismus. Die Restitution von Benin-Bronzen sei ein positiver Schritt, aber nur die „Spitze des Eisberges”.
Konflikte um Führungsstruktur und Vision
Volker Hassemer von der Stiftung Zukunft Berlin bemängelt fehlende internationale Relevanz und fordert eine klarere politische Auftrag und Führungsstruktur. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hingegen sieht die Gründungsphase als abgeschlossen und spricht von einer neuen, anspruchsvolleren Aufgabe. Generalintendant Hartmut Dorgerloh verteidigt die Entwicklung des Forums als Ort der Verständigung.
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