Industrieaufträge überraschen mit kräftigem Plus – Risiken bleiben
Wichtige Fakten
- • Industrieaufträge im Juni um 3,1 Prozent gestiegen.
- • Maschinenbau und Elektroindustrie mit Großaufträgen.
- • Rhein-Niedrigwasser bedroht Lieferketten.
- • Ölpreis-Risiko bleibt latent bestehen.
- • Öffentliche Beschaffung treibt Inlandsaufträge.
Positive Entwicklung im Juni
Deutschlands Industrieunternehmen haben im Juni mehr Aufträge erhalten als erwartet. Der Auftragseingang im verarbeitenden Gewerbe stieg laut Statistischem Bundesamt um 3,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Ökonomen hatten lediglich mit einem Plus von 0,3 Prozent gerechnet. Insbesondere der Maschinenbau und die Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten verzeichneten deutliche Zuwächse, die auf Großaufträge zurückzuführen sind.
Wachstum, aber mit Einschränkungen
Trotz des Anstiegs warnen Ökonomen vor anhaltenden Risiken. Ohne Großaufträge wäre die Bestellmenge geschrumpft, und die Mai-Zahlen wurden nach unten korrigiert. Commerzbank-Ökonom Jörg Krämer sieht keine kräftige Erholung, da die deutsche Wirtschaft unter Schwächen am Standort leide. Hinzu kommen Belastungen durch den Iran-Krieg und das Niedrigwasser des Rheins, das Lieferketten behindern kann.
Unterschiedliche Entwicklungen nach Branchen
Während der Maschinenbau und die Elektroindustrie von Großaufträgen profitierten, brachten die Autoindustrie ein Plus von 3,8 Prozent. Im sonstigen Fahrzeugbau, zu dem auch Militärfahrzeuge gehören, fielen die Bestellungen jedoch um 41,7 Prozent. Die Inlandsaufträge stiegen um 7,8 Prozent, maßgeblich getragen von öffentlichen Beschaffungen für die Bundeswehr und die Infrastruktur. Die Auslandsaufträge legten um 0,2 Prozent zu, obwohl die Bestellungen aus der Eurozone einbrachen.
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