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Inland 06.08.2026, 07:10 Aktualisiert: 06.08.2026, 18:02

Niedrigwasser-Gipfel: Verkehrsminister kündigt Maßnahmenbündel an

Bilger will Sonntagsfahrverbot für Lkw lockern.

Wichtige Fakten

  • Bilger will Sonntagsfahrverbot für Lkw lockern.
  • DB Cargo stellt zusätzliche Kapazitäten für Schienengüterverkehr bereit.
  • Niedrigwasser kostet Deutschland 1-2 Mrd. Euro im 3. Quartal.
  • 66% der Messstellen an Donau melden extremes Niedrigwasser.
  • Chemieindustrie erwägt Produktionskürzungen, Transportkosten stark gestiegen.

Krisentreffen und erste Maßnahmen

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) hat nach einem Spitzentreffen mit Wirtschaftsvertretern und Verbänden kurzfristige Maßnahmen angekündigt, um die Folgen des extremen Niedrigwassers abzufedern. Geplant sind unter anderem Ausnahmen vom Sonn- und Feiertagsfahrverbot für Lkw, schnellere Genehmigungen für Schwertransporte und die Zurückstellung von Bauvorhaben an Schleusen. Die DB Cargo sagte zusätzliche Kapazitäten für den Schienengüterverkehr zu. Teile der Branche äußerten Skepsis: Die Aufhebung des Fahrverbots könnte an Lenk- und Ruhezeiten scheitern.

Wasserstände auf Rekordniveau

Der Rheinpegel in Köln erreichte am Donnerstag erneut den historischen Tiefststand von 67 Zentimetern, der erst am Samstag zuvor gemessen worden war. Auch in Duisburg und Düsseldorf wurden neue Tiefstwerte registriert. Laut Bundesanstalt für Gewässerkunde sind 44 Prozent der Rhein-Messstellen, 16 Prozent der Elbe-Messstellen und 78 Prozent der Donau-Messstellen extrem niedrig. Die Lage sei „außergewöhnlich“ und die Tendenz weiter sinkend.

Wirtschaftliche Einbußen und Warnungen

Das Niedrigwasser könnte das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal um 0,1 bis 0,2 Prozent drücken – das entspricht einem Wertschöpfungsverlust von ein bis zwei Milliarden Euro. Die Industrie beklagt massiv gestiegene Transportkosten, Lieferketten geraten unter Druck. Der DIHK warnt, dass monatlich bis zu drei Millionen Tonnen Güter weniger transportiert werden könnten, was etwa 120.000 Lkw-Ladungen entspricht. Die Chemiebranche sieht ihre Produktion gefährdet und fordert eine nachhaltige Modernisierung der Wasserstraßen.

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