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International 19.04.2026, 04:29 Aktualisiert: 19.04.2026, 23:04

Eskalation in der Straße von Hormus: Iran blockiert erneut und droht mit Angriffen

Iran hat die kurzzeitige Öffnung der Straße von Hormus rückgängig gemacht und die Meerenge erneut gesperrt.

Wichtige Fakten

  • Iran hat die kurzzeitige Öffnung der Straße von Hormus rückgängig gemacht und die Meerenge erneut gesperrt.
  • Die IRGC feuerte auf mehrere Schiffe, darunter Öltanker und ein TUI-Kreuzfahrtschiff ohne Passagiere.
  • Die Friedensgespräche zwischen USA und Iran stocken, Iran verlangt zuvor das Ende der US-Blockade.
  • Die USA feuerten auf ein iranisches Handelsschiff und nahmen es in Gewahrsam, was Iran als Bruch der Waffenruhe bezeichnet.
  • Deutschland ist bereit, sich an einer Marine-Mission in der Straße von Hormus zu beteiligen, fordert aber einen Waffenstillstand.

Eskalation an der strategischen Wasserstraße

Iran hat die kurzzeitige Öffnung der Straße von Hormus rückgängig gemacht und die Meerenge erneut gesperrt. Grund dafür ist die anhaltende Blockade iranischer Häfen durch die USA, die Teheran als Verstoß gegen die Waffenruhe bezeichnet. Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) feuerten am Samstag auf mehrere Schiffe, darunter mindestens zwei unter indischer Flagge fahrende Öltanker und das TUI-Kreuzfahrtschiff "Mein Schiff 4" ohne Passagiere. Die IRGC drohte mit Angriffen auf alle Schiffe, die sich der Straße nähern, und bezeichnete dies als Kooperation mit dem Feind. Indien bestellte daraufhin den iranischen Botschafter ein.

Stockende Friedensgespräche vor Auslaufen der Waffenruhe

Die Verhandlungen zwischen den USA und Iran zur Beendigung des achtwöchigen Krieges kommen nur langsam voran. Zwar gab es Fortschritte, doch laut dem iranischen Parlamentspräsidenten Mohammed Bagher Ghalibaf sind beide Seiten noch weit von einer Einigung entfernt. Kernstreitpunkte bleiben das iranische Atomprogramm, die Kontrolle der Straße von Hormus und die Freigabe eingefrorener iranischer Gelder. US-Präsident Donald Trump bestätigte, dass eine US-Delegation unter Leitung von Vizepräsident JD Vance am Montag in Islamabad für neue Gespräche eintreffen wird. Iran hat eine Teilnahme jedoch noch nicht zugesagt und verlangt zuvor das Ende der US-Blockade. Trump drohte erneut, im Falle keiner Einigung iranische Infrastruktur zu zerstören.

Globale Auswirkungen und regionale Eskalation

Die erneute Sperrung der Straße von Hormus, durch die etwa 20% des weltweiten Öls transportiert werden, verschärft die Energieversorgungskrise. Seit Kriegsbeginn sind über 500 Millionen Barrel Öl vom globalen Markt ausgefallen - die größte Energiekrise der modernen Geschichte. Parallel eskalieren die Konflikte in der Region weiter: Im Libanon wurde ein französischer UN-Friedenssoldat getötet, Israel setzt Hauszerstörungen in Südlibanon fort, und im Gazastreifen suspendierte UNICEF nach Tötung von Hilfskräften seine Operationen. Die brüchige Waffenruhe läuft am Mittwoch aus, ohne dass ein Durchbruch in Sicht ist, während beide Seiten mit weiteren militärischen Maßnahmen drohen.

Deutschland bereit für Marine-Mission unter Bedingungen

Deutschland ist bereit, sich an einer Marine-Mission in der Straße von Hormus zu beteiligen, um die Schifffahrt zu sichern. Verteidigungsminister Boris Pistorius betonte jedoch, dass ein Waffenstillstand eine zentrale Voraussetzung sei, der derzeit nicht gegeben ist. Die Bundeswehr plant bereits mit Partnern, insbesondere den USA, die das beste Lagebild in der Region haben. Pistorius wies darauf hin, dass die deutsche Marine die kleinste in der Geschichte der Bundesrepublik sei und Kapazitäten begrenzt sind, weshalb eine internationale Zusammenarbeit entscheidend ist.

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