Iran-USA-Rahmenabkommen: Experte sieht Teheran gestärkt
Wichtige Fakten
- • USA und Iran haben ein 60-Tage-Rahmenabkommen geschlossen.
- • Experte: Weder USA noch Israel haben Kriegsziele erreicht.
- • Iran kontrolliert Straße von Hormus, Schifffahrt bleibt eingeschränkt.
- • Israel will Südlibanon besetzt halten, gefährdet Abkommen.
- • 2018 zogen sich USA aus Atomabkommen zurück – Kontrolle nun geringer.
Hintergrund und Bewertung des Rahmenabkommens
Die USA und der Iran haben sich auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das ein vorläufiges Ende der Kampfhandlungen vorsieht, um innerhalb von 60 Tagen ein verbindliches Abkommen auszuhandeln. Laut Nahost-Experte Cornelius Adebahr dient der Schritt primär Präsident Trump als Versuch, den von ihm begonnenen Krieg als Sieg zu verkaufen, während auch Iran das Abkommen als eigenen Erfolg darstellt. Die Folgen des Konflikts – etwa die Kontrolle der Straße von Hormus durch Iran – bestehen fort. Eine internationale Marinemission zur Sicherung der Seewege ist geplant, doch eine Normalisierung wird noch Monate dauern. Zudem bleibt das iranische Atomprogramm ungeklärt; das weitgehend ignorierte Atomabkommen von 2015 hat an Glaubwürdigkeit verloren.
Knackpunkte: Hisbollah und Israel
Die fragile Lage im Libanon und die Präsenz der Hisbollah als proiranische Miliz gefährden das Abkommen. Israel beharrt darauf, seine Streitkräfte im Südlibanon zu belassen, was die Spannungen jederzeit wieder anheizen könnte. Premierminister Netanjahu hat eigenen Wahlkampfinteressen im Herbst und will sich nicht Trumps Plänen unterordnen. Die einst enge Koordination zwischen den USA und Israel im Kriegsverlauf wich Uneinigkeit; so widersetzte sich Trump dem israelischen Vorstoß, kurdische Kämpfer gegen den Iran zu bewaffnen.
Zwischenbilanz: Iran gestärkt
Die Kriegsbilanzen fallen unterschiedlich aus: Die USA und Israel haben ihre zentralen Kriegsziele – Regimewechsel in Teheran, Atomkontrolle, Ende der Milizenunterstützung – nicht erreicht. Iran hingegen musste sich didaktyisch „nur verteidigen“ und hat diesen Zweck erreicht, wodurch es gestärkt dasteht. Die innenpolitische Repression und die Kontrolle über die Straße von Hormus verleihen Teheran eine neue geopolitische Position. Experten warnen vor einer weiteren Einschränkung der Kontrollmöglichkeiten über Irans Nuklearprogramm im neuen Abkommensrahmen im Vergleich zum alten Atomdeal.
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