Irritator-Dinosaurierschädel kehrt nach Brasilien zurück
Wichtige Fakten
- • Deutschland übergibt 113 Mio. Jahre alten Irritator-Schädel an Brasilien.
- • Schädel war 1991 ohne Exportgenehmigung nach Stuttgart gelangt.
- • 263 Experten und 34.000 Bürger forderten Rückführung.
- • Rückgabe folgt auf erfolgreiche Kampagne nach Ubirajara 2023.
- • Brasilianisches Gesetz von 1942 erklärt Fossile zu Staatseigentum.
Historische Rückgabe nach Jahrzehnten
Der 113 Millionen Jahre alte Schädel des Dinosauriers Irritator challengeri wird nach Brasilien zurückkehren. Baden-Württemberg und das Stuttgarter Naturkundemuseum haben sich bereit erklärt, das Fossil an Brasilien zu übergeben, wie eine gemeinsame Erklärung Deutschlands und Brasiliens vom Mai 2026 bestätigt. Der Schädel war 1991 von einem deutschen Museum erworben worden, stammt aber vermutlich aus Brasilien – ohne die nach brasilianischem Recht erforderliche Exportgenehmigung.
Forscherfehler und Rechtsstreit
Das Fossil wurde 1996 von Paläontologen beschrieben, die das Gattungs Irritator wählten – wegen des Ärgers über manipulierte Schnauzenknochen. Der Fall löste eine Debatte über neokoloniale Forschungspraktiken aus. Eine Petition mit über 34.000 Unterschriften und ein offener Brief von 263 Experten forderten die Rückgabe.
Bedeutung für die Wissenschaft
Die Paläontologin Aline Ghilardi sprach von einem „großen Erfolg für globale Restitutionsbemühungen“. Der Forscher Allysson Pontes Pinheiro lobte den Fortschritt hin zu einer „ethischeren, weniger kolonialen Wissenschaft“. Unklar bleibt, wann der Schädel tatsächlich überführt wird. Kritisiert wurde die Formulierung als „übergeben“ anstatt „repatriiert“. Experten hoffen, dass der Fall Maßstäbe für den Umgang mit umstrittenen Fossilien setzt.
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