Israel setzt Weißen Phosphor im Südlibanon ein: Vorwürfe von Menschenrechtsorganisationen
Wichtige Fakten
- • Human Rights Watch verifizierte acht Fälle von Weißem Phosphor über Wohngebieten in Yohmor.
- • Weißer Phosphor brennt bei bis zu 800°C und kann schwere Verbrennungen verursachen.
- • Eine Studie dokumentierte fast 250 Einsätze zwischen Oktober 2023 und November 2024.
- • 39% der dokumentierten Einsätze erfolgten in Wohngebieten, 44% in Wäldern oder offenem Gelände.
- • Die IDF kommentierte die Vorwürfe nicht direkt, verwies auf mögliche visuelle Verwechslungen.
Vorwürfe gegen Israel
Human Rights Watch (HRW) und andere Organisationen werfen Israel vor, im Südlibanon Weißen Phosphor in zivilen Gebieten eingesetzt zu haben. Die New Yorker Menschenrechtsgruppe verifizierte und geolokalisierte acht Bilder, die Luftdetonationen von Weißphosphor-Munition über Wohngebieten in Yohmor zeigen. Seit Beginn des Gaza-Kriegs sind etwa 800.000 Libanesen aus der Region vertrieben worden, was die Dokumentation weiterer Fälle erschwert.
Einsatz und Auswirkungen
Weißer Phosphor ist eine chemische Substanz, die bei Kontakt mit Sauerstoff bis zu 800°C heiß brennt und große Rauchmengen erzeugt. Militärs nutzen ihn üblicherweise als Nebelwand oder zur Zielmarkierung, doch sein Einsatz in Wohngebieten ist umstritten, da er Brände auslöst, schwere Verbrennungen verursacht und giftige Dämpfe freisetzt. Ahmad Beydoun von der TU Delft dokumentierte zwischen Oktober 2023 und November 2024 fast 250 Einsätze, wobei 39% in Wohngebieten stattfanden.
Umweltfolgen und Reaktionen
Laut einem Bericht des Public Works Studio verbrannte Weißer Phosphor über 2.000 Hektar Land, darunter 873 Hektar dichten Gummibaumwaldes. Die Substanz kann im Boden verbleiben und später spontan entzünden, während wiederholte Einsätze den Boden mit Phosphorsäure und Schwermetallen wie Cadmium kontaminieren. Die israelische Armee (IDF) kommentierte die HRW-Vorwürfe nicht direkt und verwies auf mögliche visuelle Verwechslungen mit anderen Rauchgranaten.
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