Israel setzt Weißen Phosphor in Südlibanon ein
Wichtige Fakten
- • Human Rights Watch verifizierte acht Einsätze in Wohngebieten von Yohmor.
- • Weißer Phosphor verbrennt bei 800°C und setzt giftige Dämpfe frei.
- • Eine Studie dokumentierte fast 250 Einsätze zwischen Oktober 2023 und November 2024.
- • 39% der Einsätze fanden in Wohngebieten statt, laut einer konservativen Schätzung.
- • Über 2.000 Hektar Land wurden durch Weißen Phosphor verbrannt.
Einsatz von Weißem Phosphor im Südlibanon
Human Rights Watch (HRW) hat nach eigenen Angaben acht Fälle verifiziert, in denen Israel Weißen Phosphor über Wohngebieten im südlibanesischen Yohmor eingesetzt hat. Der Einsatz des umstrittenen chemischen Stoffes, der bei Kontakt mit Sauerstoff bei bis zu 800°C verbrennt und giftige Dämpfe freisetzt, wirft Fragen zur Einhaltung des Kriegsvölkerrechts auf.
Auswirkungen auf Zivilbevölkerung und Umwelt
Laut einer Studie wurden zwischen Oktober 2023 und November 2024 fast 250 Einsätze von Weißem Phosphor durch israelische Streitkräfte dokumentiert, wobei 39% davon in Wohngebieten stattfanden. Ein Bericht der libanesischen Nichtregierungsorganisation Public Works Studio gibt an, dass durch den Einsatz über 2.000 Hektar Land, darunter 873 Hektar dichter Wald, verbrannt wurden. Zudem kann sich Phosphorsäure und Schwermetalle im Boden anreichern, was langfristig die Bodenfruchtbarkeit und landwirtschaftliche Produktivität verringert.
Reaktionen und mögliche Motive
Die israelische Armee äußerte sich nicht direkt zu den Vorwürfen von HRW, verwies jedoch auf mögliche Verwechslungen mit Rauchgranaten ohne Weißen Phosphor. Ein Forscher vermutet, dass der Einsatz dazu dient, Felder zu verbrennen und möglicherweise eine Pufferzone zu schaffen, um die Zivilbevölkerung aus dem Grenzgebiet zu vertreiben.
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