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Politik 04.06.2026, 00:21 Aktualisiert: 04.06.2026, 15:01

Hisbollah lehnt Waffenruhe-Abkommen zwischen Israel und Libanon ab

Hisbollah-Chef Kassim: Abkommen kommt Kapitulation gleich.

Wichtige Fakten

  • Hisbollah-Chef Kassim: Abkommen kommt Kapitulation gleich.
  • Israel erklärt, vorerst weiterzukämpfen trotz der Vereinbarung.
  • UN-Blauhelmsoldat im Südlibanon durch Beschuss getötet.
  • Insgesamt über 3.500 Tote im Libanon seit Kriegsbeginn.
  • Israel und Libanon vereinbarten weitere Gespräche am 22. Juni.

Hisbollah lehnt Waffenruhe ab

Die libanesische Hisbollah-Miliz hat die jüngste Waffenruhe-Vereinbarung zwischen Israel und der libanesischen Regierung kategorisch abgelehnt. Ihr Führer Naim Kassim bezeichnete das Abkommen als einen „Fahrplan zur Zerstörung eines Teils des libanesischen Volkes“ und sprach von einer „Kapitulation“. Solange israelische Angriffe andauerten, werde der Norden Israels nicht sicher sein, erklärte er. Die Miliz fordert einen vollständigen Waffenstillstand und den Abzug aller israelischen Truppen aus dem Libanon. Hintergrund ist, dass die Miliz selbst an den Verhandlungen in Washington nicht beteiligt war und diese als gegen ihre Interessen gerichtet betrachtet.

Gefechte trotz Vereinbarung

Die Kampfhandlungen gingen auch nach Bekanntgabe der Waffenruhe unvermindert weiter. Israel führte mehrere Luftangriffe im Südlibanon und in der Bekaa-Ebene durch, bei denen mindestens fünf Menschen starben. Die Hisbollah griff israelische Soldaten mit Drohnen und Raketen an. Ein UN-Blauhelmsoldat wurde im Südlibanon durch Mörserfeuer getötet, das israelische Armee der Hisbollah zuordnet. Unterdessen erklärte die libanesische Regierung, sie werde die vereinbarten Pilotzonen einrichten, in denen die libanesische Armee die Kontrolle übernehmen soll. Israels Verteidigungsminister betonte jedoch, dass die Armee vorerst weiterkämpfen werde.

Politische Lage und Perspektive

Das Abkommen wurde in Washington zwischen Israel, Libanon und den USA geschlossen und sieht Pilotzonen im Südlibanon vor, die von libanesischen Streitkräften kontrolliert werden sollen. Voraussetzung ist die Einstellung der Angriffe durch die Hisbollah. Die Miliz setze allerdings ohnehin kein Vertrauen in die libanesische Regierung. Experten zweifeln daher an der Umsetzbarkeit. Libanons Präsident Aoun zeigte sich jedoch optimistisch, dass das Abkommen nach formeller Zustimmung umgesetzt werden könne. Unterdessen droht Iran damit, auch seine eigenen Verhandlungen mit den USA auszusetzen, solange der Krieg im Libanon fortgesetzt wird.

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