Jede zehnte Operation in England kurzfristig abgesagt – Studie sieht Optimierungspotenzial
Wichtige Fakten
- • 10% der geplanten OPs in England werden kurzfristig abgesagt.
- • Knapp 40% der Absagen wären bei früher Erkennung vermeidbar.
- • Häufigste Gründe: medizinische Probleme, Nichterscheinen, Überlauf.
- • Über 6 Millionen Patienten warten auf Behandlung.
- • Studie fordert bessere Früherkennung und OP-Planung.
Eine aktuelle Studie der National Institute for Health and Care Research zeigt, dass etwa jeder zehnte geplante operative Eingriff in England weniger als 24 Stunden vor dem Termin abgesagt oder verschoben wird. Die Daten von 91 NHS-Krankenhäusern aus dem November 2024 ergeben, dass 10% der Operationen am Tag vor der OP abgesagt und 9% bereits beim Patientenauftakt verschoben wurden. Bundesweit würden dies rund 300.000 Absagen oder Verschiebungen bedeuten.
Fast 40% der kurzfristigen Absagen wären vermeidbar gewesen, wenn Probleme wie gesundheitliche Verschlechterungen oder notwendige Zusatzuntersuchungen früher erkannt worden wären. Die Studie, veröffentlicht im British Journal of Anaesthesia, kritisiert ineffiziente Abläufe und fordert eine Umgestaltung der klinischen Wege mit mehr Vorscreening, flexiblerer OP-Planung und besserer Kommunikation mit den Patienten.
Die Ergebnisse unterstreichen die systemischen Schwächen im NHS: Über sechs Millionen Menschen warteten Ende Februar auf eine Behandlung. Die Autoren betonen, dass durch frühzeitige Identifikation von Risikopatienten nicht nur Absagen vermieden, sondern auch kurzfristig freiwerdende OP-Slots mit geeigneten Patienten gefüllt werden könnten.
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