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International 11.03.2026, 08:00 Aktualisiert: 11.03.2026, 12:19

José Antonio Kast: Chiles neuer Präsident zwischen Sicherheitsversprechen und umstrittener Vergangenheit

José Antonio Kast gewann die Präsidentschaftswahl in Chile im Dezember mit 58% der Stimmen.

Wichtige Fakten

  • José Antonio Kast gewann die Präsidentschaftswahl in Chile im Dezember mit 58% der Stimmen.
  • Er versprach eine Notstandsregierung zur Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung.
  • Kast unterstützte öffentlich die Pinochet-Diktatur, unter der über 3.200 Menschen ermordet wurden.
  • Er gründete die Republikanische Partei 2019 auf Basis von Lebensschutz, Familienwerten und Marktwirtschaft.
  • Chiles Mordrate von 6 pro 100.000 (2023) ist deutlich niedriger als in vielen lateinamerikanischen Ländern.

Wahlkampf mit Sicherheitsfokus

José Antonio Kast gewann die chilenische Präsidentschaftswahl im Dezember mit 58% der Stimmen, nachdem er sich im Wahlkampf vor allem auf das Thema öffentliche Sicherheit konzentrierte. Er versprach eine Notstandsregierung zur Bekämpfung von Kriminalität und illegaler Einwanderung, die in der Bevölkerung als drängende Probleme wahrgenommen werden, auch wenn die tatsächliche Mordrate Chiles mit 6 pro 100.000 Einwohnern (2023) deutlich niedriger liegt als in vielen anderen lateinamerikanischen Ländern.

Umstrittene politische Vergangenheit

Kast hat eine lange Karriere am extrem rechten Rand der chilenischen Politik und unterstützte öffentlich die Pinochet-Diktatur, unter der mehr als 3.200 Menschen ermordet und 1.469 gewaltsam verschwanden. Er gründete 2019 die Republikanische Partei auf Basis von Lebensschutz ab der Empfängnis, traditionellen Familienwerten und Marktwirtschaft. Seine Familie hat tiefe Verbindungen zur chilenischen Rechten – sein Bruder Miguel war ein Schlüsselideologe der Pinochet-Ära.

Wahrnehmung versus Realität

Obwohl Chile laut Gallup-Studie 2024 zu den Ländern gehört, in denen Menschen sich am meisten fürchten, nachts in ihrer Nachbarschaft unterwegs zu sein, ist die tatsächliche Kriminalitätsrate deutlich niedriger als die öffentliche Wahrnehmung vermuten lässt. Experten wie der Politikwissenschaftler Claudio Fuentes sehen in Kast's Wahlkampfstrategie eine bewusste Abkehr von kulturellen Themen hin zu Sicherheit und Wirtschaftswachstum als Schlüssel zum Wahlerfolg.

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