Kanadas Einheit auf dem Prüfstand: Separatismus in Alberta und Quebec
Wichtige Fakten
- • Quebec: Parti Quebecois will drittes Referendum bis 2030, Umfragen zeigen 30% Unterstützung.
- • Alberta: Referendum am 19. Oktober über Souveränität, 25-30% für Austritt.
- • Premier Carney vergleicht Alberta-Separatismus mit Brexit und warnt vor Risiken.
- • Carney nähert sich Alberta an: Pipeline-Deal für Öltransport zum Pazifik.
- • Quebec erhält Milliarden-Infrastrukturpaket von Ottawa zur Einheitsförderung.
Kanada am Scheideweg: Separatismus gefährdet Einheit
Am Canada Day feiert Kanada seine Gründung vor 159 Jahren, doch unter der Oberfläche brodeln zwei ernste Herausforderungen. In Alberta gewinnt eine separatistische Bewegung an Fahrt, während in Quebec die Unabhängigkeitsbefürworter im Aufwind sind. Premierminister Mark Carney steht im Zentrum dieser Spannungen und versucht, die Einheit des Landes zu wahren.
Quebec: Drittes Unabhängigkeitsreferendum in Aussicht
Die separatistische Parti Quebecois (PQ) liegt vor der Provinzwahl am 5. Oktober in den Umfragen vorn. Ihr Vorsitzender hat einen über 500 Seiten starken Plan für ein unabhängiges Quebec vorgelegt und ein drittes Referendum bis 2030 versprochen. Obwohl die Unterstützung für die Unabhängigkeit bei etwa 30 Prozent stagniert, könnte ein Wahlsieg die Bewegung beflügeln.
Alberta: Volksabstimmung über Souveränität
Am 19. Oktober entscheiden die Bürger Albertas in einer Volksabstimmung, ob sie ein bindendes Referendum über eine Loslösung von Kanada anstreben. Unterstützer argumentieren, die energieprovinz werde von der Bundesregierung vernachlässigt und durch Umweltauflagen behindert. Öl- und Gaspipelines sind ein zentrales Anliegen. Experten sehen den Separatismus als Auswuchs rechtspopulistischer Strömungen, der während der Pandemie entstanden sei.
Carneys Strategie: Dialog und Zugeständnisse
Premierminister Carney, ein gebürtiger Albertaner, setzt auf Versöhnung. Mit der Provinz hat er einen Pipeline-Deal geschlossen, der den Öltransport zur Pazifikküste ermöglicht. Auch in Quebec investiert er Milliarden in Infrastruktur. Er vergleicht den Separatismus in Alberta mit dem Brexit und warnt vor unabsehbaren Folgen. Historiker betonen, dass Kanadas Stärke aus Kompromiss und Pragmatismus schöpft – bisher sei es stets gelungen, das Land zusammenzuhalten.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.