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International 05.08.2026, 10:18 Aktualisiert: 05.08.2026, 15:03

Kerbela: Millionen pilgern bei 45 Grad – Gedenken und Politik

Temperaturen bis 45 Grad erschweren die Pilgerfahrt.

Wichtige Fakten

  • Temperaturen bis 45 Grad erschweren die Pilgerfahrt.
  • Tausende Sanitäter und Sprühnebelanlagen sind im Einsatz.
  • Pilger widmen die Wallfahrt dem getöteten iranischen Führer Chamenei.
  • US-Luftangriffe im Irak haben über 100 Tote gefordert.

Rekordbeteiligung trotz extremer Hitze

Bei Temperaturen bis zu 45 Grad pilgern auch in diesem Jahr wieder Millionen Schiiten zur heiligen Stadt Kerbela im Irak. Trotz der herausfordernden Bedingungen organisiert die Stadt umfangreiche Maßnahmen: Große Stoffbahnen spenden Schatten, Sprühnebelanlagen kühlen die Menschenmassen, und fast 2.000 Sanitäter sind an den heiligen Stätten im Einsatz. Viele Pilger teilen kostenlos Zitronenlimonade und Fleischspieße mit den Gläubigen – ein Ausdruck der Gastfreundschaft und des gemeinschaftlichen Glaubens.

Gedenken an den getöteten Führer Chamenei

Das diesjährige Arba’in-Fest steht ganz im Zeichen des Todes von Ali Chamenei, dem geistlichen und politischen Führer Irans, der Ende Februar durch einen israelischen Luftangriff getötet wurde. Viele Pilger widmen ihre Wallfahrt seinem Andenken. Auch an die Opfer der US-Luftangriffe im Irak wird erinnert, die seit Anfang März über 100 Menschen getötet haben, darunter Kämpfer irannaher Milizen. Die Feierlichkeiten verdeutlichen die engen religiösen und politischen Bindungen zwischen dem Irak und dem Iran.

Rufe nach Unabhängigkeit und Selbstbestimmung

Trotz der Nähe zum Iran mehren sich unter den schiitischen Pilgern auch kritische Stimmen. Diese fordern eine stärkere Abgrenzung von Teheran und lehnen jegliche Einmischung von außen ab – ob durch die USA oder den Iran – in dem Wunsch nach einem unabhängigen Irak. Der einflussreiche Geistliche Moqtada Sadr rief auf X dazu auf, nach den Feierlichkeiten „ein schönes Bild des geliebten Irak zu vermitteln“. Die Arba’in-Wallfahrt, die in die Schlacht von Kerbela vor über 1.300 Jahren zurückreicht, wird so auch zur Bühne für aktuelle politische Spannungen und Identitätsfragen.

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