Kerosinmangel durch Nahost-Konflikt belastet Luftfahrtbranche
Wichtige Fakten
- • Über 80 Ölanlagen im Persischen Golf durch Krieg beschädigt
- • Europa importiert mehr als 50% seines Kerosins aus dem Nahen Osten
- • IATA warnt vor Flugausfällen in Europa ab Ende Mai
- • Kerosinpreise könnten steigen und an Passagiere weitergegeben werden
- • EU-Kommission plant Konzept zur Sicherung der Raffineriekapazitäten
Auswirkungen des Nahost-Kriegs
Der Krieg im Iran hat zu einem Kerosinmangel geführt, da über 80 Ölanlagen am Persischen Golf beschädigt wurden und die Blockade der Straße von Hormus den Export beeinträchtigt. Europa importiert mehr als 50% seines Kerosins aus dieser Region, was die Luftfahrtbranche unter Druck setzt. Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) und die Internationale Energieagentur (IEA) warnen vor Engpässen, die bereits zu ersten Problemen bei Fluggesellschaften wie Wizz Air geführt haben.
Reaktionen und Prognosen
Während die EU-Kommission bislang keine weitreichenden Flugausfälle sieht, haben Airlines wie KLM, SAS und Lufthansa bereits unrentable Flüge gestrichen. Studien, etwa von Energex, prognostizieren steigende Kerosinpreise, die an Passagiere weitergegeben werden könnten, was zu höheren Ticketpreisen und einem Rückgang der Nachfrage führen würde. Der Wirtschaftsweise Gabriel Felbermayr bestätigt diese Einschätzung und erwartet eine Reduzierung des Flugangebots.
Maßnahmen und Forderungen
Die Luftfahrtbranche fordert die Einbeziehung in das EU-Krisenreaktionsprogramm, Freigabe strategischer Kerosinreserven und Steuerentlastungen. Der BDL will zudem erreichen, dass Flugausfälle aufgrund von Spritmangel als "außergewöhnliche Umstände" gelten, um Entschädigungszahlungen zu vermeiden. Die EU-Kommission plant ein Konzept zur Sicherung der Raffineriekapazitäten, das am 22. April vorgelegt werden soll.
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