KI-Boom belastet Software-Aktien trotz robuster Fundamentaldaten
Wichtige Fakten
- • Die Aktien von Softwareunternehmen wie SAP, Salesforce und Oracle sind massiv unter Druck.
- • Anleger fürchten, dass KI klassische Softwaremodelle überflüssig machen könnte.
- • Experten betonen, dass KI auch Kosteneinsparungen durch Automatisierung bringen kann.
- • Die aktuelle Börsenstimmung wird als emotional und übertrieben beschrieben.
- • Vergleiche werden zur Dotcom-Blase der Jahrtausendwende gezogen.
Börsenentwicklung und Anlegerängste
Der KI-Boom belastet aktuell die Aktienkurse von Softwareunternehmen wie SAP, Salesforce, Oracle, Adobe und IBM massiv, obwohl viele dieser Firmen weiterhin robuste Geschäftszahlen vorweisen. Salesforce etwa meldete ein Rekordergebnis und kündigte einen Aktienrückkauf von 50 Milliarden Dollar an, dennoch fiel die Aktie nachbörslich um fast fünf Prozent. Von Höchstständen bei knapp 300 Dollar vor einem Jahr ist das Salesforce-Papier auf etwa 150 Dollar gefallen. Anleger sorgen sich, dass Künstliche Intelligenz etablierte Softwaremodelle erodieren und überflüssig machen könnte, ähnlich wie bei der Dotcom-Blase um die Jahrtausendwende.
Expertenmeinungen und differenzierte Betrachtung
Experten wie Stefan Riße von ACATIS und Jochen Stanzl von der Consorsbank sehen die aktuelle Entwicklung kritisch und warnen vor emotionalen Übertreibungen. Riße betont, dass SAP-Software nicht einfach durch ChatGPT ersetzt werden kann und KI stattdessen Kosteneinsparungen durch Automatisierung von Programmierarbeiten bringen könnte. Stanzl mahnt, dass es faktisch keine Anzeichen für eine Disruption durch KI gibt und die Anleger die Fundamentaldaten ausblenden. Beide erwarten eine baldige Normalisierung der Kurse.
Weitere Auswirkungen und Kontext
Neben den Börsenreaktionen werden auch düstere Szenarien diskutiert, etwa Jobverluste in Bürobereichen, wie von US-KI-Unternehmer Matt Shumer prognostiziert, was die Anlegerstimmung zusätzlich belastet. Gleichzeitig zeigt sich, dass nicht alle Unternehmen gleichermaßen betroffen sind – Siemens löste SAP zwischenzeitlich als wertvollstes DAX-Unternehmen ab, trotz Ängsten um seine Automatisierungssparte. Insgesamt setzt sich eine differenziertere Diskussion über die Rolle von KI fort, weg von früheren Jubelorgien.
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