KI-Fakes und Desinformationskampagnen prägen Ungarns Wahlkampf
Wichtige Fakten
- • Hunderte KI-generierte TikTok-Videos diskreditieren Herausforderer Péter Magyar und stärken Viktor Orbán.
- • Falsche Behauptungen verbinden Magyar mit ukrainischen Truppenentsendungen und Selenskyj-Finanzierung.
- • TikTok entfernte über 3.000 Videos und 300 Konten wegen Verstößen gegen Wahlintegritätsrichtlinien.
- • Die Kampagnen ähneln Mustern russischer Einflussoperationen mit prorussischen Narrativen.
- • Orbáns Partei Fidesz nutzte selbst KI-Videos, darunter eine simulierte Hinrichtung eines Soldaten.
Desinformationskampagnen im ungarischen Wahlkampf
Vor der Parlamentswahl in Ungarn am kommenden Sonntag verbreiten mehrere Netzwerke zahlreiche KI-generierte Falschinformationen, die den Herausforderer von Ministerpräsident Viktor Orbán, Péter Magyar von der Tisza-Partei, diskreditieren sollen. Laut Analysen von NewsGuard und der Deutschen Welle (DW) sind hunderte KI-Videos auf TikTok im Umlauf, die gefälschte Nachrichtenberichte im Stil etablierter Medien wie DW oder Reuters zeigen und Magyar etwa Wutausbrüche oder Verbindungen zu angeblichen ukrainischen Anschlagsplänen gegen Orbán unterstellen. Die Kampagnen zielen darauf, Ängste in der Bevölkerung zu schüren, sollte Magyar die Wahl gewinnen.
Koordinierte Aktionen und prorussische Narrative
NewsGuard identifizierte 34 TikTok-Konten, die innerhalb weniger Tage erstellt wurden und Teil einer verdeckten Einflussoperation sind. Die Videos verwenden sprechende Tiere, gefälschte Auftritte von Schauspielern wie Johnny Depp oder historische ungarische Persönlichkeiten, um anti-Magyar-Botschaften zu verbreiten. Inhaltlich knüpfen viele Fakes an prorussische Narrative an, indem sie Magyar fälschlicherweise mit Truppenentsendungen in die Ukraine oder Finanzierung durch die Ukraine in Verbindung bringen. Auch die EU und Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen werden in KI-generierten Inhalten attackiert.
Maßnahmen der Plattformen und Nutzung durch Fidesz
TikTok richtete ein spezielles Team ein und entfernte zwischen Januar und März über 3.000 Videos sowie mehr als 300 Konten wegen Verstößen gegen Richtlinien zu Wahlintegrität und KI-generierten Inhalten. Auch auf X und Telegram verbreitete die russische Einflussoperation Matryoshka Falschbehauptungen. Gleichzeitig nutzte Orbáns Partei Fidesz selbst KI-Videos im Wahlkampf, darunter ein Clip mit einer simulierten Hinrichtung eines ungarischen Soldaten, um Wähler zu mobilisieren. Die ungarische Faktencheckseite Lakmusz berichtete ebenfalls über regierungsfreundliche Kampagnen auf TikTok.
Das könnte Sie auch interessieren
Capri führt Anti-Belästigungs-Verordnung gegen aufdringlichen Tourismus ein
Kamerun bestätigt Todesfälle von Bürgern als Söldner in der Ukraine
Waffenruhe im Iran: Erleichterung an Märkten, aber anhaltende Belastungen für Wirtschaft und Verbraucher
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.