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Wirtschaft 10.08.2026, 05:00 Aktualisiert: 10.08.2026, 06:01

KI verspricht kürzere Arbeitszeiten – doch die Realität ist anders

OpenAI forderte Unternehmen zu Vier-Tage-Woche auf, testete selbst aber nie

Wichtige Fakten

  • OpenAI forderte Unternehmen zu Vier-Tage-Woche auf, testete selbst aber nie
  • Ex-Mitarbeiter berichten von 70-90 Wochenstunden bei OpenAI und Anthropic
  • Bei Meta werden Mitarbeiter ohne Wahlmöglichkeit in KI-Projekte versetzt
  • Studie: KI-Tools führen zu schnellerem Arbeitstempo und längeren Arbeitszeiten
  • Keine gesetzlichen Arbeitszeitgrenzen in den USA für Über-16-Jährige

Widersprüchliche Versprechen und Realität

Während Tech-Führungskräfte seit Jahren behaupten, künstliche Intelligenz werde Arbeitszeiten verkürzen und sogar eine Vier-Tage-Woche ermöglichen, zeigt die Praxis ein anderes Bild. So forderte OpenAI Unternehmen dazu auf, die Vier-Tage-Woche zu testen – ein ehemaliger technischer Mitarbeiter des Unternehmens verriet jedoch der BBC, dass OpenAI dies selbst nie ausprobierte. Stattdessen beschrieb er eine oft kräftezehrende Arbeitskultur mit „Krisensitzungen“, Wochenendarbeit und „äußerst scharfem“ Leistungsbeurteilungen, die bisweilen zu plötzlichen Kündigungen führten.

Extreme Arbeitszeiten in KI-Unternehmen

Mitarbeiter, die an vorderster Front KI entwickeln, berichten von teils extremen Überstunden: Bei Unternehmen wie OpenAI und Anthropic können sogenannte „Sprints“ über Wochen dauern und bis zu 90 Arbeitsstunden pro Woche erreichen. Auch bei Meta werden Beschäftigte ungefragt auf „dringende“ KI-Projekte versetzt – ein Vorgehen, das von ihnen selbst mit „Einberufung“ (quasi „Einberufung“ im militärischen Sinne) verglichen wird. Dies führe zu Nächten und Wochenenden voller Arbeit, wobei viele Angestellte das Gefühl hätten, ständig auf Abruf zu sein.

KI als Belastung statt Erleichterung

Studien der UC Berkeley zeigen, dass KI nicht unbedingt Arbeitszeit einspart: Mitarbeiter eines Technologieunternehmens arbeiteten nach Einführung von KI-Tools zwar effizienter, allerdings nutzten sie die gewonnene Zeit nicht für Freizeit, sondern um noch mehr Aufgaben zu übernehmen – häufig um ihren Wert im Unternehmen zu beweisen. Neil Thompson vom MIT weist darauf hin, dass echte Zeitersparnisse oft durch Transformationsprozesse aufgefressen würden. Die steigende Abhängigkeit von KI-Systemen erhöht zudem den Druck noch weiter: Fehlende interne Funktionen oder notwendige Kontrollen von KI-Ausgaben könnten zusätzliche Überstunden verursachen.

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