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Gesellschaft 05.04.2026, 11:47 Aktualisiert: 05.04.2026, 23:03

Kirchen rufen zu Ostern zum Frieden auf - Papst Leo XIV. appelliert an die Mächtigen

Kirchen in Deutschland betonen die Osterbotschaft als Hoffnung und Rebellion gegen den Tod.

Wichtige Fakten

  • Kirchen in Deutschland betonen die Osterbotschaft als Hoffnung und Rebellion gegen den Tod.
  • Papst Leo XIV. fordert in seiner ersten Osterbotschaft die Mächtigen auf, Kriege zu beenden.
  • Kardinal Marx kritisiert US-Verteidigungsminister Hegseth und Patriarchen Kyrill I. scharf.
  • Über 650.000 Menschen traten 2025 aus der evangelischen und katholischen Kirche aus.
  • Der Glaube wird zunehmend individualisiert, wie Beispiele aus Hildesheim zeigen.

Osterbotschaften im Zeichen des Friedens

Angesichts weltweiter Kriege und Konflikte haben die christlichen Kirchen in Deutschland zu Ostern 2026 verstärkt zu Frieden und Versöhnung aufgerufen. Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischöfin Kirsten Fehrs, bezeichnete die Osterbotschaft als Quelle von Hoffnung und Halt in unsicheren Zeiten. Die Auferstehung Jesu sei eine machtvollste Hoffnungsgeschichte, die die Zuversicht stärke, dass das Leben trotz aller Krisen siegt.

Papst Leo XIV. appelliert an die Mächtigen

Papst Leo XIV. feierte sein erstes Osterfest als Oberhaupt der katholischen Kirche und rief in seiner Osterbotschaft auf dem Petersplatz mit deutlichen Worten zum Frieden auf. "Wer die Macht hat, Kriege zu beginnen, entscheide sich für den Frieden", appellierte der Papst an die Mächtigen der Welt. In seiner Predigt beklagte er eine "Globalisierung der Gleichgültigkeit" gegenüber Gewalt und Kriegsfolgen. Der erste US-geborene Papst sprach konkrete Konflikte nicht namentlich an, sondern formulierte allgemeine Friedenshoffnungen.

Kritik an Kriegsrhetorik

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx übte in seiner Predigt scharfe Kritik an US-Verteidigungsminister Pete Hegseth und dem orthodoxen Patriarchen von Moskau, Kyrill I. Marx nannte es eine "schamlose Gotteslästerung", wenn Hegseth dafür bete, dass jede Kugel im Iran-Krieg ihr Ziel treffe, und wenn Kyrill I. den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine als "Heiligen Krieg" bezeichne. Die Kirchen betonten, dass Ostern eine Rebellion gegen den Tod und eine bewusste Gegenposition zu Hoffnungslosigkeit darstelle.

Rituale und Engagement

Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister hob die Kraft von Ritualen und Traditionen an Ostern hervor, die im Umgang mit existenziellen Fragen helfen. Der Bremer Kirchenpräsident Bernd Kuschnerus sah Ostern als "Gegenbewegung zu den Kräften des Todes" und rief dazu auf, nicht zu schweigen, wenn Mächtige das Recht des Stärkeren propagieren. Bischof Heiner Wilmer, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, bezeichnete die Auferstehung als "skandalöse Idee" und ermutigte zum Festhalten an der Hoffnung.

Mitgliederschwund und Glaubensvielfalt

Die Kirchen stehen vor der Herausforderung, dass im vergangenen Jahr mehr als 650.000 Menschen aus der evangelischen und katholischen Kirche ausgetreten sind. Gleichzeitig zeigt sich eine zunehmende Individualisierung des Glaubens, wie Beispiele aus Hildesheim verdeutlichen: Während einige wie die Apothekerin Aline Faass Glaube und Wissenschaft verbinden und in Ritualen Halt finden, haben andere wie Esther aufgrund persönlicher Leidenserfahrungen ein ambivalentes Verhältnis zur Kirche. Pastor Felix Rinckhoff aus Freden sieht die Austritte als gesellschaftlichen Trend, betont aber die lokale Gemeindearbeit.

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