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Klima 22.08.2026, 07:55

Klimastress: Landwirtschaft braucht gezielte Hilfen und Umbau, nicht Gießkanne

Extreme Hitze und Trockenheit bedrohen Ernten in Süd- und Westdeutschland.

Wichtige Fakten

  • Extreme Hitze und Trockenheit bedrohen Ernten in Süd- und Westdeutschland.
  • Bauernverband rechnet mit deutlichen Einbußen, regional Totalausfällen.
  • Klimawandel senkt Erträge seit 15 bis 20 Jahren, Extremwetter häufen sich.
  • Böden mit mehr Humus und diverse Fruchtfolgen erhöhen Widerstandsfähigkeit.
  • Agrardiesel-Subventionen sind kontraproduktiv für Klimaschutz.

Ernteausfälle: Alarm in der Landwirtschaft

Die Landwirte in Deutschland schlagen Alarm. Nach einer langen Trockenheit und extremer Hitze drohen vor allem in Süd- und Westdeutschland erhebliche Ernteausfälle. Bauernverbands-Präsident Joachim Rukwied rechnet bei wichtigen Kulturen mit deutlichen Einbußen, regional sogar mit Totalausfällen. Wo Einnahmen wegbrechen, während die Kosten weiterlaufen, kann ein extremes Jahr einen Hof in Existenznot bringen.

Hilfen: Gezielt statt Gießkanne

Überbrückungskredite und vorgezogene EU-Direktzahlungen sind legitim, aber sie sollten nicht nach dem Gießkannenprinzip vergeben werden. Die Schäden sind regional sehr unterschiedlich. Staatliche Unterstützung muss gezielt nach Betroffenheit erfolgen. Pauschale Subventionen für die gesamte Branche wären verfehlt.

Klimawandel: Langfristige Anpassung nötig

Die Politik darf sich nicht darauf beschränken, nach Extremereignissen Hilfen bereitzustellen, denn 2026 ist kein Einzelfall. Rukwied weist darauf hin, dass die Erntemengen seit 15 bis 20 Jahren tendenziell sinken. Die Landwirtschaft muss sich auf dauerhaft veränderte Bedingungen einstellen: höhere Temperaturen, häufigere Hitzewellen, längere Trockenperioden, Starkregen und neue Schädlinge. Ein längerer Vegetationszeitraum bringt Vorteile, aber diese werden zunehmend von Hitze- und Trockenstress aufgezehrt. Die Erträge werden unsicherer.

Umbau der Landwirtschaft: Klimaresilienz fördern

Es führt kein Weg an einem Umbau vorbei. Dazu gehören trockenheits- und hitzerobustere Sorten, humusreichere Böden, vielfältigere Fruchtfolgen, Agroforst- und Agrisolar-Systeme sowie eine Landschaftsgestaltung, die Wasser zurückhält. Bewässerung ist kein Allheilmittel, da Wasser knapp ist. Auch mehr Bio-Landbau kann helfen, da ökologisch bewirtschaftete Böden humusreicher sind. Staatliches Geld sollte in Bodenverbesserung, klimaresistente Sorten und wassersparende Bewässerung investiert werden. Eine weitere Verbilligung des Agrardiesels ist abzulehnen, da sie fossile Energieträger subventioniert und dem Klimaschutz schadet. Landwirtschaft ist auch Verursacher der Klimakrise durch Methan und Lachgas, daher müssen Anpassung und Klimaschutz miteinander verbunden werden.

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