Landwirtschaft im Klimastress: Umbau statt Subventionen nach Gießkannenprinzip
Wichtige Fakten
- • In Süd- und Westdeutschland drohen erhebliche Ernteausfälle durch Trockenheit und Hitze.
- • Bauernverbands-Präsident Rukwied rechnet bei wichtigen Kulturen mit deutlichen Einbußen.
- • Klimawandel senkt seit 15 bis 20 Jahren tendenziell die Erntemengen.
- • Bio-Landbau kann mit humusreichen Böden zur Klimaresilienz beitragen.
- • Klimaanpassung darf nicht gegen Klimaschutz ausgespielt werden.
Klimawandel bedroht Ernten in Deutschland
Die langanhaltende Trockenheit und extreme Hitze in diesem Sommer haben vor allem in Süd- und Westdeutschland zu erheblichen Ernteausfällen geführt. Bauernverbands-Präsident Joachim Rukwied warnt vor deutlichen Einbußen bei wichtigen Kulturen, in einigen Regionen sogar vor Totalausfällen. Solche Wetterextreme, so Rukwied, werden durch den Klimawandel häufiger und treffen die Landwirtschaft immer stärker.
Zielgerichtete Hilfen statt Gießkannensubventionen
Staatliche Unterstützung ist nach Ansicht von Experten notwendig, sollte jedoch gezielt nach Betroffenheit vergeben werden. Pauschale Subventionen für die gesamte Branche wären verfehlt, da nicht alle Betriebe gleichermaßen leiden. Vielmehr muss die Politik den Umbau der Landwirtschaft vorantreiben: widerstandsfähigere Sorten, humusreichere Böden und eine wasserspeichernde Landschaftspflege sind zentrale Bausteine.
Klimaresilienz ist die wichtigste Agrarsubvention der Zukunft
Geld in Bodenverbesserung, Züchtung klimastabiler Sorten oder den Öko-Landbau zu investieren, sichert langfristig die Existenz der Bauern. Eine Rückkehr zur Verbilligung von Agrardiesel lehnen Fachleute ab: Fossile Subventionen wären kontraproduktiv im Kampf gegen die Klimakrise, die die Ernten schrumpfen lässt. Landwirtschaft ist schließlich nicht nur Opfer, sondern auch Verursacher des Klimawandels – Anpassung und Schutz müssen Hand in Hand gehen.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.