Klimawandel verlängert Pollensaison: Heuschnupfen-Symptome dauern bis zu zwei Wochen länger
Wichtige Fakten
- • Pollenzeit in Europa seit 1990er Jahren um 1-2 Wochen länger
- • Birken-, Erlen- und Olivenpollen beginnen 1-2 Wochen früher (2015-2024 vs. 1991-2000)
- • Warme, trockene Tage verbreiten Pollen als 'Pollenbombe'
- • Heuschnupfen kann Arbeitsausfälle und Schulleistungsabfall verursachen
- • 90% der Betroffenen können mit rezeptfreien Medikamenten behandelt werden
Studie zur verlängerten Pollensaison
Eine neue Studie im Lancet Public Health zeigt, dass der Klimawandel die Pollensaison in Europa seit den 1990er Jahren um ein bis zwei Wochen verlängert hat. Die Forschung von 65 Wissenschaftlern weltweit fand heraus, dass Birken-, Erlen- und Olivenbäume zwischen 2015 und 2024 ein bis zwei Wochen früher zu blühen begannen als zwischen 1991 und 2000. Höhere Temperaturen und CO2-Konzentrationen kurbeln die Pollenproduktion an, was zu verstärkten allergischen Reaktionen bei Millionen Menschen führt.
Auswirkungen auf Betroffene
Die verlängerte Pollensaison bedeutet für Heuschnupfen-Patienten bis zu zwei Wochen längere Symptomdauer mit juckenden Augen, Niesen und Kopfschmerzen. Besonders warme, trockene Tage verbreiten Pollen als sogenannte 'Pollenbombe'. Die Symptome können Arbeitsausfälle, Schlafstörungen und bei Jugendlichen sogar verschlechterte Schulnoten verursachen. Für Asthmatiker und Menschen mit anderen Atemwegserkrankungen kann Pollen lebensbedrohliche Asthmaanfälle auslösen.
Behandlungsmöglichkeiten und Herausforderungen
Experten empfehlen eine 'Cocktail-Ansatz' mit Antihistaminika, Nasensprays und Augentropfen, die alle rezeptfrei in Apotheken erhältlich sind. Zusätzlich helfen Hygienemaßnahmen wie Duschen nach dem Aufenthalt im Freien und Pollenschutzgitter an Fenstern. Allerdings kritisieren Fachleute, dass die Versorgung mit allergologischen Fachdiensten und das Wissen von Hausärzten über Allergien verbesserungswürdig sind. Für schwer betroffene Patienten kommt Immuntherapie in Frage.
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