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Wissen 27.08.2026, 10:10 Aktualisiert: 27.08.2026, 15:02

Koffein-Shampoos: Mehr Schein als Sein bei Haarwuchs-Versprechen

Koffein-Shampoo-Umsatz stieg von 26 auf 115 Millionen Euro (2005-2025).

Wichtige Fakten

  • Koffein-Shampoo-Umsatz stieg von 26 auf 115 Millionen Euro (2005-2025).
  • Unabhängige Wirksamkeitsstudien fehlen bisher; Hersteller finanzieren Laboruntersuchungen.
  • Auf dem Kopf bleibt Koffein zu kurz für Effekt an Haarwurzel.
  • Behandlung gegen erblich bedingten Haarausfall: Minoxidil und Finasterid.
  • Experten: Ursachenklärung vor Kosmetik; Transplantation kostet mehrere Tausend Euro.

Boom der Koffein-Shampoos: Umsätze steigen rasant

Koffein-Shampoos boomen: Die Dr. Wolff Group steigerte den Umsatz von Alpecin von 26,3 Millionen Euro (2005) auf rund 115 Millionen Euro im letzten Jahr. Auch die 2005 eingeführte Marke Plantur erzielt beachtliche Erfolge, mit über 71,8 Millionen Euro Umsatz. Die Hersteller bewerben die Produkte als „Vorbeugekonzepte gegen Haarausfall“, obwohl unabhängige Studien fehlen.

Kritik aus der Wissenschaft: Dünne Datenlage und kurze Einwirkzeit

Dermatologen äußern deutliche Zweifel. „Es gibt keine richtige unabhängige Studie“, sagt Dr. Christoph Liebich. Studien, die eine Wirksamkeit zeigen, sind zumeist herstellerfinanziert. Zudem verbleibt das Shampoo nur kurz auf der Kopfhaut, zu kurz für eine tiefe Wirkstoffpenetration.

Ursachen für Haarausfall sind vielfältig – Diagnose entscheidend

Haarausfall hat vielfältige Ursachen: von DHT-Überempfindlichkeit (androgenetische Alopezie) über Mangelerscheinungen wie Eisenmangel bis zu inneren Erkrankungen oder Medikamentennebenwirkungen (Betablocker). Eine Kosmetik kann diese Grundprobleme nicht lösen; Experten fordern eine gründliche Diagnose, bevor man Produkte nutzt.

Alternative medizinische Behandlungen

Erblich bedingten Haarausfall behandeln Dermatologen mit Wirkstoffen wie Minoxidil oder Finasterid, die zwar nachweislich haaren, aber bei dauerhafter Anwendung Nebenwirkungen wie Juckreiz oder Libidoverlust zeigen können. Bei fortgeschrittenem Haarausfall kann eine Transplantation helfen, die je nach Anbieter teuer ist und ärztliche Sorgfalt erfordert.

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