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International 19.03.2026, 14:07 Aktualisiert: 19.03.2026, 23:03

Eskalation im Nahen Osten: Energiepreise und Inflation steigen durch Angriffe auf Gas- und Ölinfrastruktur

Iran reagiert auf Angriffe mit Attacken auf Ölraffinerien in Kuwait und Saudi-Arabien sowie auf die LNG-Anlage Ras Laffan in Katar.

Wichtige Fakten

  • Iran reagiert auf Angriffe mit Attacken auf Ölraffinerien in Kuwait und Saudi-Arabien sowie auf die LNG-Anlage Ras Laffan in Katar.
  • Die Gaspreise in Europa stiegen um über 30% auf bis zu 74 Euro pro Megawattstunde, Ölpreise erreichten bis zu 120 Dollar pro Barrel.
  • Die Blockade der Straße von Hormus führt zu Lieferkettenunterbrechungen, insbesondere bei Düngemitteln, mit Preisanstiegen von bis zu 40%.
  • Der US-Dollar steigt aufgrund der Energiekrise, während der japanische Yen als sicherer Hafen an Wert verliert.
  • Zentralbanken wie die EZB und Bank of England halten Zinsen stabil, da der Krieg die Inflation antreiben könnte.

Angriffe auf Energieinfrastruktur und steigende Preise

Der Konflikt zwischen Israel und Iran hat sich mit neuen Angriffen auf Energieanlagen im Nahen Osten verschärft. Iran reagierte auf israelische Attacken auf das Gasfeld South Pars mit Raketenangriffen auf Ölraffinerien in Kuwait und Saudi-Arabien sowie auf die Flüssiggasanlage Ras Laffan in Katar, die schwer beschädigt wurde. Diese Eskalation trieb die Energiepreise stark in die Höhe: Der europäische Gaspreis (TTF-Kontrakt) stieg zeitweise um über 30% auf bis zu 74 Euro pro Megawattstunde, während der Ölpreis für die Nordseesorte Brent um mehr als 10% auf rund 115 Dollar pro Barrel zulegte. Die Blockade der Straße von Hormus durch Iran verschärft die Lage, da sie einen wichtigen Handelsweg für Öl und Gas unterbricht.

Auswirkungen auf Währungen und globale Wirtschaft

Die Energiekrise beeinflusst auch die Finanzmärkte: Der US-Dollar gewinnt an Stärke, da Öl in Dollar gehandelt wird und die USA als Energieexporteur von hohen Preisen profitieren, während der japanische Yen als traditionell sicherer Hafen an Wert verliert, weil Japan stark auf Energieimporte aus der Region angewiesen ist. An den Aktienmärkten sorgten die Unsicherheiten für Verluste, mit dem DAX, der unter 23.000 Punkte fiel und seit Kriegsbeginn fast 10% eingebüßt hat. Zudem warnen Experten vor einer Düngemittelkrise, da Lieferketten unterbrochen sind und die Preise für stickstoffbasierte Dünger um bis zu 40% gestiegen sind, was langfristig zu höheren Lebensmittelpreisen führen könnte.

Reaktionen von Zentralbanken und politische Entwicklungen

Die Europäische Zentralbank (EZB) und andere Notenbanken wie die Bank of England haben ihre Zinsen unverändert gelassen, da der Krieg die Inflation antreiben könnte; die EZB erwartet für 2026 eine Teuerungsrate von durchschnittlich 2,6% im Euroraum. Politisch droht US-Präsident Donald Trump mit weiteren Angriffen auf das Gasfeld South Pars, falls Iran Katar weiter attackiert, während der französische Präsident Emmanuel Macron direkte Gespräche zwischen Iran und den USA fordert. Die Internationale Energieagentur sieht die Zukunft von Katars Mega-Erweiterungsprojekt North Field, das für das globale LNG-Angebot entscheidend ist, als ungewisser an.

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