Siedler-Angriffe im Westjordanland: Neue Details zu koordinierten Pogromen nach Todesfall
Wichtige Fakten
- • Angriffe begannen nach Tod eines 18-jährigen Siedlers, wobei WhatsApp-Gruppen zur Rache aufriefen.
- • Mehr als 20 Siedlerangriffe wurden in einer Nacht gemeldet, mit mindestens drei schwer verletzten Palästinensern.
- • Israelische Grenzpolizei verhaftete fünf Personen, doch Menschenrechtsgruppen kritisieren mangelnde Vorbeugung der Sicherheitskräfte.
- • Seit Kriegsbeginn mit Iran wurden sechs Palästinenser von Siedlern getötet, laut UN-Berichten.
- • Finanzminister Smotrich nahm an Beerdigung des getöteten Siedlers teil, während die EU Siedlergewalt verurteilte.
Zusammenfassung der Ereignisse
Israelische Siedler führten während des islamischen Festes Eid al-Fitr eine Serie koordinierter Angriffe im besetzten Westjordanland durch, die auf den Tod eines 18-jährigen Siedlers, Yehuda Sherman, zurückgehen. In mindestens sechs Ortschaften, darunter al-Fandaqumiya, Seilat al-Dahr, Masafer Yatta, Qaryout und Jaloud, wurden Häuser, Fahrzeuge und landwirtschaftliche Felder in Brand gesetzt sowie Fenster eingeschlagen. Mehrere Palästinenser wurden dabei verletzt, darunter drei mit Kopfverletzungen in Jaloud, die ins Krankenhaus gebracht wurden. Zeugen berichteten von etwa 100 maskierten Siedlern, die in Wellen angriffen, während israelische Truppen und Polizei am Rande der Dörfer präsent waren, aber nicht einschritten, um die Gewalt zu stoppen.
Hintergrund und Reaktionen
Die Angriffe ereigneten sich vor dem Hintergrund einer seit dem Gaza-Krieg eskalierenden Siedlergewalt, die sich nach dem Tod Shermans verschärfte, wobei WhatsApp-Gruppen der Siedler zu Racheaktionen aufriefen. Laut UN wurden seit Oktober 2023 über 1.000 Palästinenser im Westjordanland getötet, mit sechs Toten durch Siedler seit März. Menschenrechtsorganisationen wie B'Tselem und Yesh Din werfen der israelischen Regierung vor, Siedlergewalt zu ermöglichen, um die Übernahme palästinensischen Landes zu zementieren, und kritisieren mangelnde Vorbeugungsmaßnahmen der Sicherheitskräfte. Der israelische Militärsprecher gab an, auf Vorfälle mit Brandstiftung reagiert zu haben, während die Grenzpolizei fünf Personen festnahm, aber keine umfassenden Präventionsaktionen meldete.
Politische und internationale Dimension
Yair Golan, Führer der Demokraten, verurteilte die Angriffe und beschuldigte die Regierung, Gesetzlosigkeit zu fördern, während Finanzminister Bezalel Smotrich an der Beerdigung Shermans teilnahm. Die EU und das UK forderten Israel auf, die Siedlergewalt einzudämmen, die seit dem Krieg mit Iran zugenommen hat. Die palästinensische Außenministerium verurteilte die Angriffe als Terrorakte, und die UN warnt vor erzwungener Vertreibung. Trotz vereinzelter Festnahmen und Verurteilungen bleibt die Rechenschaftspflicht begrenzt, was auf anhaltende Spannungen im Westjordanland hinweist.
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