Krankenhausreform: Bundestag beschließt Kompromiss mit mehr Geld und Zeit für Länder
Wichtige Fakten
- • Bundestag hat Änderungen an der Krankenhausreform mit schwarz-roter Mehrheit beschlossen.
- • Länder erhalten bis zu 29 Milliarden Euro und längere Fristen für die Umstrukturierung.
- • Opposition kritisiert Reform als verwässert und fürchtet Qualitätsverluste und Schließungen.
- • Reform muss noch vom Bundesrat am 27. März bestätigt werden.
- • RWI prognostiziert Einsparungsverluste von bis zu neun Milliarden Euro jährlich.
Überblick der Reform
Die Krankenhausreform, ursprünglich von Ex-Minister Lauterbach eingeführt, wurde vom Bundestag mit Änderungen beschlossen, um sie "praxistauglich" zu machen, wie Bundesgesundheitsministerin Nina Warken erklärt. Nach langem Streit zwischen Bund und Ländern liegt ein Kompromiss vor, der mehr Flexibilität bei der Umsetzung vor Ort ermöglichen soll. Die Reform zielt darauf ab, die Krankenhauslandschaft in Deutschland zu verändern, wobei Schließungen und Zusammenlegungen von Kliniken erwartet werden, um die Versorgung zu optimieren.
Details des Kompromisses
Mit dem neuen Gesetz erhalten die Bundesländer mehr finanzielle Mittel vom Bund, mit bis zu 29 Milliarden Euro über zehn Jahre, und zusätzliche Zeit für die Umsetzung. Sie sollen auch mehr Spielraum bei Ausnahmen von den strengen Qualitätsvorgaben haben, etwa bei Personalausstattung und medizinischer Ausrüstung, insbesondere für kleinere Krankenhäuser im ländlichen Raum. Während SPD-Politiker wie Christos Pantazis dies begrüßen, um Proteste vor Ort zu berücksichtigen, kritisieren die Grünen, dass die Reform zu sehr aufgeweicht wird und zu Qualitätsverlusten führen könnte.
Wirtschaftliche und praktische Auswirkungen
Laut dem RWI könnten durch die Änderungen jährliche Einsparungen von bis zu neun Milliarden Euro verloren gehen. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft unter Gerald Gaß äußert Bedenken hinsichtlich der neuen Finanzierungsmodelle und der langfristigen Planungssicherheit für Kliniken. Trotz der Kritik hoffen Befürworter auf eine erfolgreiche Umsetzung, wobei der Bundesrat am 27. März noch zustimmen muss, um die Reform endgültig abzuschließen.
Das könnte Sie auch interessieren
Kulturstaatsminister Weimer unter Druck: Kritik im Bundestag und bei Buchmesse
Bundestag beschließt Grundsicherung: Schärfere Regeln für Millionen Arbeitslose
AfD-Fraktionsvize verliert Personalverantwortung, Abgeordneter Schmidt aus Fraktion ausgeschlossen
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.