Kultur statt Kürzung: Musikbranche protestiert gegen Haushaltspläne
Wichtige Fakten
- • 2027 soll im Bund mehr für Verteidigung, weniger für Kultur ausgegeben werden.
- • Festivalförderfonds erhält nur noch zwei Millionen Euro, statt fünf.
- • Reeperbahnfestival drohen Kürzungen von sechs auf drei Millionen Euro.
- • Befürchtung: Nachwuchsbands verlieren Karrierechancen, Deutschland an Attraktivität.
- • Endgültige Haushaltsentscheidung fällt im November im Bundestag.
Der Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2027 sieht Kürzungen im Kulturbereich vor. Das geht aus einem aktuellen Artikel der Tagesschau hervor. Unter anderem soll der Festivalförderfonds von ursprünglich fünf Millionen Euro auf nur noch zwei Millionen Euro reduziert werden. Das Hoi Festival in der Nähe von Augsburg profitierte in diesem Jahr von diesen Mitteln, Organisatorin Monika Nuber sorgt sich um die Zukunft der Festivalszene.
Auch das Reeperbahnfestival, ein wichtiger Nachwuchs-Plattform, soll weniger Geld erhalten. Statt sechs etwa nur noch drei Millionen Euro. Die Initiative Musik, eine der zentralen Fördereinrichtungen für Popkultur und Jazz, könnte 800.000 Euro Zuwendungen verlieren. Branchenkenner sprechen hier von bis zu vier Millionen Euro, zusammen mit den bereits gekürzten Budgets aus dem Jahr 2026. Kritiker bemängeln, dass gerade in Zeiten gesellschaftlicher Spaltung Kulturförderung auch Demokratieförderung sei.
Die Musikbranche zeigt sich besorgt: Alex Schulz, Gründer des Reeperbahnfestivals, befürchtet einen Rückzug internationaler Unternehmen, während Ella Rohwer von Pro Musik einen Verlust der Vielfalt in der deutschen Musikszene prophezeit. Auch kleine Festivals im ländlichen Raum, wie in Dangast, seien betroffen. Der Vorwurf: Die Bundesregierung kümmere sich vor allem um die Hochkultur – wie etwa Bayreuth mit einer Million mehr – und vernachlässige die Popkultur. Der Haushaltsentwurf muss noch von den Parlamentariern verabschiedet werden und ist damit nicht in Stein gemeißelt – Diskussionen sind bis November möglich.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.