Lime-E-Bikes müssen aus Melbourner Innenstadt weichen
Wichtige Fakten
- • Stadtrat von Yarra beendet sechsjährigen E-Bike-Versuch mit Lime.
- • Lime muss binnen 30 Tagen Betrieb in Yarra einstellen.
- • Lime erzielte 2,5 Mio. $ Umsatz, Stadt erhielt keine Einnahmen.
- • Grund: Nutzer blockieren Gehwege, fahren betrunken; Lime manage unzureichend.
- • Nachbarstädte prüfen ebenfalls E-Bike-Beziehungen, Melbourne plant dauerhafte Regelung.
Ende einer Ära: Lime verliert Genehmigung in Melbourner Stadtteil Yarra
Der Stadtrat von Yarra, einem innerstädtischen Bezirk Melbournes, hat am Dienstag mit seinem Votum das sechsjährige E-Bike-Programm mit dem Anbieter Lime beendet. Der einstimmige Beschluss folgt jahrelangen Beschwerden über rücksichtsloses Fahrverhalten – wie Blockieren von Gehwegen, achtloses Abstellen der Räder und Trunkenheitsfahrten. Der stellvertretende Bürgermeisterin Sharon Harrison betonte, Lime habe trotz Mahnungen keine ausreichenden Maßnahmen ergriffen: „Wir müssen die Sicherheit der Fußgänger priorisieren.“
Finanzielle Schieflage: Stadt verdiente nichts, Lime machte Millionen
Laut Stadtratsdaten erzielte Lime seit Januar 2025 täglich rund 614 Fahrten im Bezirk und nahm insgesamt etwa 2,5 Millionen Dollar ein – ohne dass die Stadt finanziell daran beteiligt wurde. Der Mayor Stephen Jolly kritisierte, Lime habe sich auf Kosten der Steuerzahler bereichert. Ein dauerhaftes E-Bike-System, das Einnahmen für die Stadt generiert hätte, scheiterte, da Lime der einzige Bieter war. Der Stadtrat lehnte nun auch den Vertragsabschluss ab und öffnete das Verfahren für andere Anbieter.
Reaktionen: Enttäuschung bei Lime, Unterstützung für Alternativen
Ein Lime-Sprecher bedauerte die Entscheidung als „unnötige Störung des E-Bike-Netzes“. Gegner der Verbannung, wie Stadträtin Sarah McKenzie, argumentierten, man verbiete ja auch nicht Autos wegen Fehlverhaltens. Befürworter wie Jeremy Lawrence von Streets Alive Yarra empfehlen stattdessen mehr Abstellplätze und Parkgebühren, um E-Bikes zu fördern. Die Nachbarbezirke Melbourne, Darebin und Stonnington verfolgen die Entwicklung genau; Melbourne plant sogar eine langfristige Regelung bis Jahresende.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.